Manchmal mit Gänsehaut

22. Mai 2013, 03:31
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Wenn die Hipnessalarmglocke ohne Unterbrechung schrillt: Die US-Band Chromatics gastiert in der Wiener Arena

Wien - Coolness zeitigt im Pop und seiner Übertreibungskunst mitunter gar Gefrorenes. Da geht dann zwar nicht mehr viel, aber: Hey, it's cool, baby.

Die US-Band Chromatics verharrt in einem leicht aufgetauten Zustand nach der Supercoolness. In diesem vermengt sie ohne erhöhten Pulsschlag Rockmusik mit Stilmitteln der Disco-Mucke europäischer Prägung. Giorgio Moroder winkt mit dem Eiszapfen, und aus Übersee erinnert die Musik des US-Regisseurs John Carpenter daran, dass die Chromatics Filme wie Escape from New York öfter als einmal gesehen haben dürften.

Im Vorjahr entstand unter diesen Vorzeichen das großartige Album Kill for Love. Dieses erfreute sich auch deshalb erhöhter Aufmerksamkeit, weil Chromatics-Chef Johnny Jewel fast zeitgleich mit dem Eröffnungsstück des Hollywood-Thrillers Drive glänzte, in dem Ryan Gosling einen Abstecher ins New-Hollywood-Kino der 1970er macht.

Die Hipnessalarmglocke läutet bei den Chromatics ohne Unterbrechung. Heute, Mittwoch, gastiert die Band in der Wiener Arena. Trotz all der Aufregung lieben es Jewel und Co stellenweise auch leise, lagerfeuerleise. Da darf es dann auch eine hingehauchte Coverversion von Neil Youngs Hey Hey, My My (Out of the Blue) sein. Kälte zeitigt bekanntlich auch Gänsehaut.   (Karl Fluch, DER STANDARD, 22.5.2013)

22. 5., Arena, 20.00

  • Wenn Giorgio Moroder mit dem Eiszapfen winkt und sich ohne erhöhten Pulsschlag Rockmusik mit Disco vermengt: die Chromatics.
    foto: trost

    Wenn Giorgio Moroder mit dem Eiszapfen winkt und sich ohne erhöhten Pulsschlag Rockmusik mit Disco vermengt: die Chromatics.

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