Wer die Forschungspolitik macht

21. Mai 2013, 20:53
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Heute entscheiden Politiker, Bürokraten und die Wissenschafter selbst, was forschungspolitisch passiert und welche Schwerpunkte gesetzt werden. Reicht das?

Geht es der Wissenschaft gut, geht es auch der Wirtschaft und damit allen gut. So in etwa lässt sich die Maxime des Dienstag vom Wissenschafts- und Verkehrsministerium veröffentlichten Forschungs- und Technologieberichts zusammenfassen. Und dazu gibt es noch eine erfreuliche Zahl: Mit geschätzten 9 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung in Österreich – was einer Forschungsquote von 2,81 Prozent entspricht – werde man 2013 einen Rekordwert erreichen.

Damit will man bis 2020 zu einem der innovativsten Länder Europas werden, heißt es. In Wahrheit ist zu hoffen, dass damit zumindest Österreichs Rückfall bei den Innovations-Rankings der letzten Jahre kompensiert wird. Dem Platz 5 bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung im EU-Vergleich steht Rang 9 in der aktuellen Rangliste bei der Innovation gegenüber. (Vor drei Jahren war es noch Platz 6.)

Hängt das womöglich damit zusammen, dass die Mittel, die zu 41 Prozent von der öffentlichen Hand und damit von den Steuerzahlern kommen, effizienter eingesetzt werden könnten? Soll es in Sachen Forschungspolitik generell bloß um Effizienz und Wirtschaftlichkeit gehen oder könnten auch noch andere Dinge eine Rolle spielen, die der Gesellschaft womöglich mehr bringen? Und wer soll diesbezüglich eigentlich auf welche Weise mitreden dürfen – oder sind Fragen der Forschungspolitik prinzipiell zu komplex für die direkte Demokratie?

Die EU-Kommission jedenfalls will jedenfalls vorab Meinungen der Bürgerinnen und Bürger Europas hören, um für das nächste EU-Forschungsprogramm Horizont 2020, das von 2014 bis 2020 läuft, auch die öffentliche Meinung berücksichtigen zu können. Der STANDARD unterstützt mit anderen europäischen Tageszeitungen wie "El País" oder die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" diese Initiative und verweist hiermit auf sechste und vorläufig letzte Umfrage dieser Kooperation. Dabei steht diesmal die Frage im Zentrum, wer über Forschung und Innovationen entscheiden soll.

Wir bitten um Antworten und Diskussionsbeiträge – gleich hier im Anschluss und bei der Befragung. (tasch, derStandard.at, 21.5.2013)

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