Widmungsstreit in Döbling - und kein Ende

21. Mai 2013, 20:31
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Döblinger Bezirkschef: Zu viele Flächen in der Schublade

Wien - Was als Wickel um die Frage, ob in Wien neuerdings zu zögerlich umgewidmet wird, begann, wächst sich zu einem handfesten Koalitionsstreit aus: Grünen-Gemeinderat Christoph Chorherr richtete SP-Klubobmann Rudolf Schicker vergangenes Wochenende via STANDARD aus, er versuche, "das Koalitionsklima zu vergiften" - weil er selbst nicht mehr Planungsstadtrat sei und das Ressort nach der Wahl 2010 an die Grüne Maria Vassilakou abgegeben musste, tue er alles, "um die Arbeit seiner Nachfolgerin zu behindern". Schicker konterte nun schriftlich, er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Chorherr selbst gerne Planungsstadtrat geworden wäre.

Andernorts gibt man sich in der SP konzilianter. Planungssprecher der Roten - und damit Chorherrs Pendant im Gemeinderat - ist seit einigen Wochen Gerhard Kubik, früherer Bezirksvorsteher der Leopoldstadt. Vom Standard auf das Thema angesprochen, sagte er am Dienstag, er habe bisher den Eindruck, dass die Stadtregierung "gut unterwegs" sei, was Flächenwidmungen betreffe: "Wir sind bei vielen Dingen relativ rasch einer Meinung." In der Debatte zwischen Vassilakou und Schicker geht es in erster Linie um die Frage der Widmung von Flächen für den Wohnbau, die sich in weiterer Folge auch auf die Mieten in der Stadt auswirkt.

Chorherr "vorgeschickt"

Den langjährigen Bezirksvorsteher von Döbling, Adi Tiller (VP), wurmt noch eine andere Widmungs-Frage: Seit Jahren warte er auf grünes Licht für eine Garage in der Weinberggasse, die Pläne würden längst vorliegen. Vassilakou schicke stets Chorherr vor, und dieser stelle "immer neue Bedingungen", sagt Tiller - "der fährt ja auch mit dem Radl". Vassilakou, so ist der Eindruck des Bezirksvorstehers, sei in solchen Fragen "zu wenig durchsetzungsfähig", zu viele Projekte würden in der Schublade landen. (hei, stem, DER STANDARD, 22.5.2013)

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