Merkel kommt, die Queen nicht, Götze schaut zu

22. Mai 2013, 16:50
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Dortmunds Mittelfeldspieler fällt für das Champions-League-Finale in London gegen Bayern aus

London/Berlin - So schaut's aus: "Die Queen plant keinen Besuch des Spiels", hieß es am Mittwoch aus dem Buckingham Palace. So weit geht die Gastfreundschaft nämlich nicht, wenn sich schon zwei deutsche Klubs das Finale der Champions League am Samstag im ehrwürdigen Londoner Wembley-Stadion untereinander ausmachen. Queen-Enkel und Thronfolger Prinz William, seit 2006 auch Präsident des englischen Fußballverbandes (FA), wird dem Match zwischen Borussia Dortmund und Bayern München ebenfalls fernbleiben.

"Ich glaube, ich komme", sagte hingegen Angela Merkel. Die sportaffine Bundeskanzlerin, die sich vor spontanen Jubelbekundungen nicht scheut, wollte sich im Vorfeld aber zu keinem Gewinnertipp hinreißen lassen. " Ich bin deutsche Bundeskanzlerin und sage: Deutschland. Damit bin ich ganz auf der sicheren Seite. Das kommt selten vor."

Dortmunds Mario Götze, der im Sommer zu den Bayern wechseln wird, musste am Mittwoch endgültig für das Endspiel absagen. Beim 20-jährigen Mittelfeldspieler war eine alte Verletzung im Training am Dienstag wieder akut geworden. "Das Finale war mein großes Ziel, und ich habe in den vergangenen Wochen hart darum gekämpft", sagte er. "Es tut mir unglaublich leid, der Mannschaft in dieser wichtigen Partie nicht helfen zu können." Götze hatte sich im Halbfinal-Rückspiel am 30. April gegen Real Madrid einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen.

Das Spiel vor dem Spiel wurde von den beiden Erzrivalen schon eingeleitet. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp verglich den FC Bayern in englischen Medien mit einem James-Bond-Schurken. "Ich denke, in diesem Moment muss die Welt des Fußballs auf unserer Seite sein." Darauf angesprochen, gab Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer die selbstverordnete Zurückhaltung auf. "Die ganze Welt hinter sich zu wähnen, ist auch eine Form der Bescheidenheit."

Erst einmal in Fahrt, legte Sammer los: Klopp müsse noch seine Wettschulden einlösen. Der BVB-Coach hatte im Vorfeld des Halbfinal-Duells zwischen Bayern und dem FC Barcelona seinen "Arsch darauf verwettet", dass Sammer mit dem ehemaligen Barcelona- und künftigen Bayern-Trainer Pep Guardiola "sehr wohl sprechen" werde. "Ich kann hier sagen, wir haben nicht telefoniert", ließ Sammer wissen. "Also auch nicht indirekt." Selbstbewusstsein ist Sammer, der 1997 mit dem jetzigen Gegner Borussia Dortmund die Champions League gewonnen hat, nicht fremd. "Wenn wir unser Top-Niveau an diesem Tag erreichen, kann es keinen anderen Sieger geben."

Bayerns Star Franck Ribery gab es etwas schaumgebremster. "Wir müssen locker bleiben, spielen wie in jedem Spiel." Dennoch räumte der 30-jährige Franzose ein: "Jetzt kommt schon ein bisschen das Adrenalin." (krud, sid, DER STANDARD 23.05.2013)

  • Dortmunds Mario Götze, der im Sommer zu den Bayern wechseln wird, musste am Mittwoch endgültig für das Endspiel absagen.
    foto: epa/bernd thissen

    Dortmunds Mario Götze, der im Sommer zu den Bayern wechseln wird, musste am Mittwoch endgültig für das Endspiel absagen.

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