Irans Wächterrat: Rafsanjani und Mashaei dürfen nicht kandidieren

21. Mai 2013, 22:21
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Nur acht der insgesamt 686 Kandidaten dürfen bei der Wahl im Juni antreten

Teheran – Nur acht von 686 Kandidaten für die iranischen Präsidentschaftswahlen am 14. Juni haben das Auswahlverfahren des Wächterrats überstanden, meldeten am Dienstagabend die Medien im Iran. Die prominentesten Opfer sind Ali Akbar Hashemi Rafsanjani, der 1989 bis 1997 als Nachfolger des jetzigen obersten geistlichen Führers Ali Khamenei Staatspräsident war, und Esfandiar Rahim-Mashaei, der Favorit des scheidenden Präsidenten Mahmud Ahmadi-Nejad. Dieser darf nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten.

Der Ausschluss Rafsanjanis, derzeit Präsident des Schlichtungsrats, hatte sich am Montag abgezeichnet, als ein Sprecher des Wächterrats sagte, man könne niemanden kandidieren lassen, der die Amtsgeschäfte nur einige Stunden am Tag ausüben könne. Rafsanjani ist 78 Jahre alt, über Gesundheitsprobleme war jedoch bisher nichts bekannt.

Der Pragmatiker Rafsanjani, der den Iran als Präsident in die Post-Khomeini-Zeit führte, wäre diesmal als starker Kandidat der Reformer ins Rennen gegangen. Gegen Ahmadi-Nejad hatte er 2005 verloren. Rafsanjanis Kandidatur wurde von den Ultrakonservativen, dessen Sprachrohr die Zeitung Keyhan ist, heftig angegriffen. Seine Tochter Faezeh hatte sich 2009 in Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl Ahmadi-Nejads engagiert, er selbst distanzierte sich nie eindeutig von der "grünen Bewegung" .

Der Ausschluss Mashaeis war, im Gegensatz zu dem Rafsanjanis, erwartet worden: Er gilt als Abweichler von der iranischen Staatsdoktrin und Ideengeber für den im konservativen Establishment zuletzt unbeliebten Ahmadi-Nejad. Der stärkste Kandidat ist nunmehr wohl Saeed Jalili, linientreuer Chef des iranischen Sicherheitsrats und Atomunterhändler. Er steht Khamenei nahe. (guha, DER STANDARD, 22.5.2013)

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    Akbar Hashemi Rafsanjani darf nicht zur Wahl antreten.

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    Diese acht Kandidaten dürfen am 14. Juni darum hoffen, vom iranischen Volk zum Präsidenten gewählt zu werden:

    Ex-Außenminister Ali Akbar Velayati, Atomverhandler Saeed Jalili, Teherans Bürgermeister Mohammad Baqer Qalibaf, Ex-Parlamentssprecher Gholam Ali Haddad Adel, Hassan Rowhani, Mohammad Qarazi, Mohsen Rezaei und Ex-Vizepräsident Mohammad Reza Aref.

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