Roter Schicker an Grünen Chorherr: Es reicht!

21. Mai 2013, 18:44
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Wer da nicht überwunden hat, nicht Planungsstadtrat zu sein, lässt sich aus den permanent untergriffigen Äußerungen des Herrn Gemeinderat Chorherr ablesen. Ich behaupte nicht, dass Chorherr diese Funktion gerne selber ausführen würde, aber der grünen Spitzenkandidatin das Feld überlassen musste - man kann sich dieses Eindrucks jedoch nicht wirklich erwehren.

Zum Fachlichen: Wien wächst, Wien braucht Wohnbau und Wien muss sich - wegen der weltweiten Finanzkrise - den Kriterien des Stabilitätspakts unterwerfen. Das heißt aus knappen Mitteln in kurzer Zeit viel leistbaren Wohnraum herzustellen, da sind Sonderanforderungen wie Glashäuser am Dach und Ähnliches zwar nice to have, aber sicher nicht unbedingt erforderlich. Da sind verfügbare und gewidmete Wohnbauflächen wichtiger, weil kostensenkend.

Fachlich gilt es auch zu hinterfragen, ob Wohnungen auf Einkaufszentren zwischen Bundesstraße und Autobahn das Gelbe vom Ei sind und nicht doch die Nutzung ehemaliger Spitalsareale mit Grünlage - wie beim Otto-Wagner-Spital (OWS) - eine bessere Alternative wären; zumal die Finanzierung des einstimmig beschlossenen Spitalskonzeptes auch Erlöse aus Grundstücksverkäufen vorsieht! Politisch verstehe ich schon, dass es schwerfallen muss, sich aus der Oppositionsrolle heraus in eine für die Wienerinnen und Wiener verantwortliche Rolle zu begeben - nur beim OWS läge es an den Grünen, den Besen, den sie selber riefen, auch wieder in die Ecke zu verbannen. Fachlich wäre es zudem sinnvoller, objektiv wesentlich geeignetere Wohnstandorte, wie z. B. hinter dem Heeresspital, zu realisieren und die Bezirksgruppen zu überzeugen.

Ich habe bisher die Anwürfe des Herrn Chorherr als Hypernervosität und Angst vor Verlust des Feindbildes Schicker hingenommen, zwar nicht biblisch - damit habe ich weniger am Hut als der Chorherr - jetzt sollte es aber Schluss sein, lieber Christoph Chorherr! Nehmen Sie zur Kenntnis, dass die Grünen nunmehr schon mehrere Jahre Verantwortung in der Stadtplanung tragen und Kritik daher an die verantwortliche Stadträtin zu richten ist und gerichtet wird und nicht an deren Vorgänger. Dass die Mehrheitspartei in der Stadtregierung ebenfalls ihre Meinung zum Thema hat und diese auch vom Klubvorsitzenden - noch dazu in wohlwollenden Worten dem Koalitionspartner gegenüber - geäußert wird ist legitim und wird auch weiterhin vorkommen. (Rudi Schicker, DER STANDARD, 22.5.2013)

Rudi Schicker, Wiener SPÖ-Klubvorsitzender

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