Steuertricks: Reiches Apple, armes Apple

Kommentar21. Mai 2013, 18:34
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Das Unternehmen hat dutzende Milliarden Dollar an Steuern vermieden

Es ist was faul im Steuerrecht. Die Steuerberater des US-Konzerns Apple haben eine Spitzenleistung erbracht. Das Unternehmen verfügt in seinem verzweigten Firmennetzwerk über Töchter, die in keinem Steuerdomizil beheimatet sind - und daher nirgends Steuern zahlen. Damit hat das Unternehmen dutzende Milliarden Dollar an Steuern vermieden.

Immer gewieftere Steuerberater und langsame Gesetzgebungsprozesse haben zu vielen Baustellen im internationalen Steuerrecht geführt. Die großzügigen Möglichkeiten für US-Konzerne, Auslandsgewinne der Besteuerung zu entziehen, stammen immerhin aus dem Jahr 1962 und haben schon Präsident John F. Kennedy beschäftigt.

Doch perverse Steueranreize haben echte Folgen. Apple sitzt nach dem Erfolg seiner iPhones und iPads auf einem gut gehüteten Schatz: auf mehr als 140 Milliarden Dollar an Barmitteln. Ehe der Konzern eine Dividende ausschüttete, musste er erst recht Schulden aufnehmen, um nicht eine hohe Steuernachforderung vom Zaun zu brechen.

Apple und andere Konzerne investieren viel mehr Zeit, sich armzurechnen und Steuern zu sparen, als sie sollten. Dabei ist noch kein Unternehmen reich geworden, weil es besonders kreativ Steuern vermieden hat, sondern kreativ Produkte und Dienstleistungen geschaffen hat. Der Staat sollte daher mit einem einfachen Steuersystem das kreative Unternehmertum fördern, nicht kreative Steuerberater. (Lukas Sustala, DER STANDARD, 22.5.2013)

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