Sonderregelung für Winwin-Spielautomaten

21. Mai 2013, 18:02
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Anbindung an das Bundesrechenzentrum muss nicht schon heuer, sondern erst 2015 erfolgen

Wien - Bereits seit drei Jahren findet sich im heimischen Glücksspielgesetz ein Passus, wonach alle Spielautomaten an das Bundesrechenzentrum angebunden werden sollen. Die Maßnahme wurde beschlossen, um sicherzustellen, dass die Spielerschutzmaßnahmen eingehalten, Manipulationen verhindert und die Steuern korrekt abgeführt werden. Vollzogen wird die Regelung freilich noch immer nicht. Eine ausstehende Verordnung des Finanzministeriums soll aber nun mit August 2013 in Kraft treten.

Alle Automaten werden freilich auch dann nicht an angeschlossen sein. Für die Lotterien, an denen der Staat indirekt beteiligt ist, enthält die Verordnung nämlich eine Sonderregelung. Sie haben für bestehende Spielautomaten eine Übergangsfrist bis 2015 bekommen. Konkret geht es um 833 Video Lotterie Terminals (VLT), die an 13 Winwin-Standorten betrieben werden. VLT sind im Grunde normale Spielautomaten. Einziger Unterschied: Der Zufallsgenerator befindet sich nicht in jedem Gerät, sondern in einem zentralen Server. In Österreich gibt es nur eine Lizenz für VLT, sie ist an die Lotteriekonzession gekoppelt.

Keine Extrawurst

Bei den Lotterien will man nicht von einer "Extrawurst" sprechen und argumentiert, dass die Umstellung nicht von einem Tag auf den anderen möglich sei. Aus finanzieller Sicht ist die Fristerstreckung freilich ein großer Vorteil. Die Automatenbetreiber müssen nämlich für die Anbindung an das Bundesrechenzentrum selbst aufkommen. Für den Lotterienkonzessionär wird mit einmaligen Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro und einem laufenden Aufwand von 500.000 Euro pro Jahr gerechnet. Im Finanzministerium verteidigt man die "stufenweise Anbindung". Es gehe vor allem um Suchtprävention, und daher habe man mit den Inhabern von Landesglücksspiellizenzen begonnen.

Wie berichtet haben bisher drei Bundesländer Lizenzen für das Automatenglücksspiel vergeben - Nieder- und Oberösterreich sowie Kärnten. In allen drei Ländern kam der niederösterreichische Konzern Novomatic zum Zug. Wie viele Automaten beim sogenannten kleinen Glücksspiel aufgestellt werden dürfen, ist im Gesetz genau geregelt.

Anders ist die Rechtslage bei den Video Lotterie Terminals. Hier gibt es keine festgeschriebene Obergrenze. 2012 wurde daher auch ein neuer Winwin-Standort in Salzburg eröffnet. Man sehe noch weiteres "Potenzial" , so ein Lotteriesprecher. Das Automatenspiel ist jedenfalls ein Wachstumsmarkt. Winwin konnte den Umsatz im Vorjahr um 15,6 Prozent auf 458 Millionen Euro steigern. Auch die Ausbeute pro Automat wurde in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. 2009 lag der Umsatz pro VLT noch bei 462.000 Euro, im Vorjahr waren es bereits fast 550.000 Euro. (Günther Oswald, DER STANDARD, 22.5.2013)

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