Hongkong hofft auf Börsen-Renaissance

21. Mai 2013, 17:47
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Zwei Börsengänge sollen Hongkong wieder zu einer Top-Adresse für Aktienemissionen machen

Hongkong - Am anderen Ende der Welt kommt Bewegung in den erlahmten IPO-Markt: Zwei milliardenschwere Börsengänge (Initial Public Offerings, IPOs) sollen in Hongkong für eine Frischzellenkur sorgen. Die Tochter des chinesischen Ölkonzerns Sinopec, Sinopec Engineering, und das chinesische Handelshaus China Galaxy Securities planen ihren Sprung auf das Handelsparkett mit einem Volumen von insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro.

Nach einem Einbruch der IPOs Neuemissionen in diesem Jahr gelten die Börsengänge von China Galaxy und Sinopec Engineering als Indikatoren für die Stimmung am Markt. "Der Markt zieht wieder an, die Stimmung ist recht gut hier. Dieses Jahr gibt es wieder IPOs, es winken viele attraktive Geschäfte", prognostiziert Jasper Chan von Phillip Securities in Hongkong. Zwischen 2009 bis 2011 zählte Hongkong zu den weltweit führenden Märkten für IPOs. Neben asiatischen Firmen gingen bekannte ausländische Unternehmen wie der italienische Luxusgüterhersteller Prada oder der Rohstoffhändler Glencore an die Hongkonger Börse. Sie wollten auf diese Weise einen direkten Zugang zu asiatischen Investoren.

Schwach

Dabei hat sich die Börse in Hongkong seit Jahresbeginn schwach präsentiert. Während die US-Märkte ein Plus von mehr als 15 Prozent verzeichneten, schaffte Asien nur ein Plus von gerade einmal drei Prozent. Bedenken um eine Blase am chinesischen Immobilienmarkt hatten den Markt belastet.

Nach Jahren der weltweiten Vormachtstellung war der IPO-Markt in Hongkong im vergangenen Jahr um über 60 Prozent auf ein Volumen von 7,7 Milliarden Dollar und damit den niedrigsten Wert seit 2008 geschrumpft. Im ersten Quartal setzte sich der Abwärtstrend mit minus 20 Prozent fort. Hongkong rutschte weltweit auf Platz 13 ab. Mit den zwei Börsengängen könnte Hongkong auf den dritten Platz hinter New York und São Paulo aufsteigen.

Weitere IPOs sollen folgen. So will die chinesische Bank of Shanghai einem Medienbericht zufolge bei einem Börsengang in Hongkong in diesem Jahr umgerechnet knapp 1,9 Milliarden Euro einnehmen. Eine ähnliche Summe soll auch mit Aktien am chinesischen Festland zusammenkommen, ein Termin dafür steht aber noch nicht fest. (Reuters, red, DER STANDARD, 22.5.2013)

  • Hongkong will hoch hinaus. Zwei milliardenschwere Börsengänge sollen wieder Geld in die Kassen der Investmentbanken spülen.
    foto: epa

    Hongkong will hoch hinaus. Zwei milliardenschwere Börsengänge sollen wieder Geld in die Kassen der Investmentbanken spülen.

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