Warum Pinguine nicht fliegen können

22. Mai 2013, 11:43
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Zum Tauchen optimierte Flügel verursachen in der Luft hohen Energieaufwand

Washington - Gut tauchen oder gut fliegen, beides geht offenbar nicht: Es sieht so aus, als habe die Evolution die Vögel vor die Wahl gestellt. Jene, die die ihre Flügel an eine Fortbewegung unter Wasser angepasst haben, scheinen beim Fliegen reichlich Mühe zu haben.

Ein Forscherteam um Kyle H. Elliotta von der University of Manitoba in Winnipeg, Kanada, berichtet in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften, dass die guten Taucher in der Luft besonders viel Energie verbrauchen. Die Wissenschafter untersuchten den jeweiligen Energieaufwand bei Dickschnabellummen (Uria lomvia), die ähnlich wie Pinguine ihre Flügel zum Antrieb unter Wasser nützen, und Meerscharben (Phalacrocorax pelagicus), die zu den Kormoranen gehören und sich beim Tauchen mithilfe ihrer Füße fortbewegen.

Enorme Energiekosten

Beide Seevogelarten haben beim Fliegen sehr hohe Energiekosten - die höchsten, die je bei Wirbeltieren gemessen wurden, zeigten die Untersuchungen. Besonders schwer hatten es die Dickschnabellummen: Ihr Energieaufwand beim Fliegen war noch um ein Drittel höher, als die auf dem Körperbau basierenden biomechanischen Berechnungen vorhergesagt hatten, was laut der Forscher auf eine geringe mechanische Effizienz hindeute. Beim Fliegen tragen die Flügel die höchste je bei einem flugfähigen Vogel gemessene Flächenbelastung.

Beim Tauchen hingegen schnitten die Dickschnabellummen besser ab. Ihre Energiekosten waren mit ihren "Flügelflossen" deutlich geringer als bei den mit ihren Füßen rudernden Meerscharben - wenngleich sie deutlich über denen von Pinguine lagen. Die Untersuchung stütze die Vermutung, dass bei tauchenden Vögeln die Funktion die Form einschränke, schreiben die Forscher. Eine Optimierung der Flügelform für das Tauchen gehe zulasten des Energieaufwands beim Fliegen. Das geht so weit, dass irgendwann das Fliegen überhaupt keine Option mehr ist - wie das bei den Pinguinen der Fall ist. (APA, pum, DER STANDARD, 22.05.2013)

  • Dickschnabellummen gleichen Pinguinen. Sie können noch fliegen, ihre Flügel tragen dabei aber die höchste jemals bei Vögeln gemessene Flächenbelastung.
    foto: kyle h. elliotta

    Dickschnabellummen gleichen Pinguinen. Sie können noch fliegen, ihre Flügel tragen dabei aber die höchste jemals bei Vögeln gemessene Flächenbelastung.

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