Ministerrat: Neue Lehrerausbildung beschlossen

21. Mai 2013, 16:28
28 Postings

Aufnahmeverfahren und Master für alle - Verlängerung der Ausbildung für Volksschullehrer

Wien - Wer Lehrer werden will, muss künftig unabhängig vom Schultyp zunächst ein Aufnahmeverfahren bestehen und danach ein vierjähriges Bachelor-, ein ein- bis eineinhalbjähriges Masterstudium und eine dem "Turnus" der Mediziner ähnliche einjährige Praxiszeit durch einen Mentor hinter sich bringen.

Deutliche Änderungen bringt die neue Lehrerausbildung vor allem für die bisher an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildeten Pflichtschullehrer: Ihre Ausbildungsdauer wird von bisher drei Jahren (Bachelor) auf fünf bis fünfeinhalb Jahre (Bachelor und Master als Voraussetzung für Fixanstellung) fast verdoppelt. Volksschullehrer können auch künftig zur Gänze an den PH ausgebildet werden. Kaum Änderungen bei der Dauer gibt es für Lehrer an AHS oder berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), hier müssen sich Studieninteressenten allerdings erstmals den an PH bereits etablierten Zugangsverfahren stellen.

Kritik an Ausbildung der Elementarpädagogen

Für Lehrer der Sekundarstufe (AHS, BMHS, Hauptschule) muss der Master zumindest in Kooperation mit einer Uni stattfinden - wobei man im Wissenschaftsministerium davon ausgeht, dass es auch schon beim Bachelor mehr Kooperationen geben wird, um den Absolventen einen Anschluss ohne zusätzlich von den Unis eingeforderte Prüfungen zu ermöglichen. Der Master kann dann berufsbegleitend während oder aber vor Beginn der einjährigen Induktionsphase absolviert werden (vorgesehen waren ursprünglich ein bis zwei Jahre).

Am Begutachtungsentwurf war von vielen Seiten kritisiert worden, dass die Elementarpädagogen vorerst nicht wie ursprünglich geplant Teil der gemeinsamen Ausbildung sein werden. So sieht zwar der Gesetzesentwurf ein Bachelorstudium für "Elementar- und/oder Primarbereich" vor, allerdings haben sowohl Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) als auch Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) betont, dass eine Ausbildung für diese Gruppe vorerst mangels entsprechender Angebote weiterhin nicht an den Hochschulen stattfinden wird.

Kritik von Grüne und BZÖ

Unzufrieden mit der Reform der Regierung zeigen sich indes die Oppositionsparteien: Grüne und BZÖ bemängeln das weitgehende Fehlen der Kindergartenpädagogen. Laut Grünen-Bildungssprecher Harald Walser ist damit Österreich das nach einer Reform in Malta einzige Land in Europa, das seine Elementarpädagogen nicht auf akademischem Niveau ausbilde. BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner befürchtet unterdessen, dass das geplante vierjährige Bachelorstudium nur dazu diene, "hier billigere Lehrer ohne Master auszubilden". (APA, 21.5.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.