Badegewässer: Qualität steigt europaweit, nicht aber in Österreich

21. Mai 2013, 16:19
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Insgesamt leichter Qualitätsrückgang in Österreich: Wegen zu vieler Bakterien fiel ein kleiner Baggersee in Salzburg ganz durch - Badespaß in beliebten Urlaubsländern Kroatien, Italien und Spanien fast ungetrübt

Brüssel - Die Qualität in Europas Badegewässern verbessert sich zunehmend. 94 Prozent aller Seen, Flüsse und Küsten erfüllten 2012 die Mindeststandards, an 78 Prozent der Standorte war die Wasserqualität sogar hervorragend. Das geht aus dem jährlichen Bericht hervor, den die EU-Kommission und die Europäische Umweltagentur am Dienstag vorstellten. Österreich lag etwas unter dem Durchschnitt. Ein kleiner Baggersee im Bundesland Salzburg ist durchgerasselt.

Hierzulande wurden 266 Gewässer, davon 260 Seen und der Rest Badestellen an Flüssen, untersucht. 73,7 Prozent hatten eine ausgezeichnete Wasserqualität, in 25,9 Prozent war sie passabel. Das ist eine Verschlechterung gegenüber 2011: Damals hatten noch 83,5 Prozent Bestnoten bekommen.

Bakterien im Autobahnsee

Ein See erwies sich voriges Jahr als mangelhaft, wie aus dem EU-Bericht hervorgeht. Laut der Badegewässerdatenbank der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) handelt es sich dabei um den Autobahnsee Viehhausen in der Salzburger Gemeinde Wals-Siezenheim. Derzeit ist die Wasserqualität dort mittelmäßig, für das Jahr 2012 jedoch gab es für den See ein "Njet". Im Jahr 2011 hatten noch insgesamt vier österreichische Gewässer die rote Karte im Hinblick auf die E.Coli-Bakterien bekommen, der Autobahnsee Viehhausen war nicht darunter.

Laut Gerd Oberfeld, Umweltmediziner des Landes Salzburg, handelt es sich bei dem Gewässer um einen kleinen Baggersee, "wo das Baden geduldet wird". Bis dato sei keine Erklärung für die zu hohen bakteriologischen Werte gefunden worden. Bekannt sei lediglich, dass es sich um eine kleinräumige und kurzfristige Verunreinigung gehandelt haben müsse, so Oberfeld.

EU-weit wurden an mehr als 22.000 Standorten in Mitgliedsstaaten sowie in Kroatien und der Schweiz Wasserproben entnommen. Gemessen wird die bakterielle Belastung durch Abwässer oder Tierhaltung.

Gute Werte im Mittelmeer

Am besten schnitten Zypern und Luxemburg ab, wo die Wasserqualität an allen Badestellen top war. Nahezu ungetrübt war der Badespaß auch in Malta (97 Prozent mit Bestnote), Kroatien (95 Prozent), Griechenland (93 Prozent), Deutschland (88 Prozent) sowie Portugal (87 Prozent).

Die bei heimischen Urlaubern beliebte Italien lag mit 85 Prozent ebenso über dem Schnitt wie Spanien (83 Prozent). Am schlechtesten war es um belgische Gewässer bestellt.

Küstengewässer besonders sauber

Die weitaus meisten Proben wurden in Italien entnommen, nämlich 5.509. In Meeren war die Wasserqualität übrigens um einiges besser als in Seen und Flüssen: 81,2 Prozent aller Küstengewässer, aber nur 72 Prozent aller Binnenbadegewässer waren besonders sauber.

"Der heutige Bericht zeigt, dass die Badewasserqualität generell sehr gut ist, einige Orte aber noch mit Umweltbelastung zu kämpfen haben. Deshalb fordern wir die Bürger auf zu prüfen, wie ihre bevorzugten Badeorte eingestuft werden", so Jacqueline McGlade von der Europäischen Umweltagentur. (APA, 21.5.2013)

  • Während europaweit die Qualität steigt, sank in Österreich im Jahresvergleich die Zahl der Badegewässer mit Höchstnote. Im Bild der Faaker See in Kärnten.
    foto: ernst peter prokop/vi-fa-os tourismus

    Während europaweit die Qualität steigt, sank in Österreich im Jahresvergleich die Zahl der Badegewässer mit Höchstnote. Im Bild der Faaker See in Kärnten.

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    Besonders im östlichen Mittelmeer lässt es sich in ausgezeichneter Qualität baden.

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