Großteil der Firmenpleiten ist hausgemacht

21. Mai 2013, 13:31
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Nur 17 Prozent der Pleiten werden von unkontrollierbaren Phänomenen wie höhere Gewalt beziehungsweise Krankheit ausgelöst

Wien - Mehr als 80 Prozent der Firmenpleiten sind hausgemacht, urteilt der Gläubigerschutzverband von 1870 (KSV). 2012 wurden über 3.505 Unternehmen in Österreich Insolvenzverfahren eröffnet, weitere 2.536 Verfahren wurden mangels Masse abgewiesen. Aber in nur 17 Prozent der Fälle waren nicht beherrschbare Ereignisse wie Marktveränderungen, Kreditrestriktionen, Steuererhöhungen oder Krankheit die Ursache. Generell waren aber fast alle heimischen Unternehmer erfolgreich unterwegs: Nur 1,5 Prozent sind laut KSV gescheitert.

Fehlender kaufmännischer Weitblick

Jede zweite Insolvenz hatte im Vorjahr innerbetriebliche Ursachen - in 38 Prozent der Fälle fehlte der kaufmännische Weitblick, in sieben Prozent waren die Beobachtung des wirtschaftlichen Umfelds, der Zins- und Kostenentwicklungen oder Angebot und Nachfrage bzw. Umstrukturierungen mangelhaft. Fünf Prozent bekamen die Konsequenzen aus Kalkulationsfehlern oder Produktionsmisserfolgen zu spüren.

In nur 14 Prozent der Insolvenzfälle wurden externe Ursachen schlagend - meistens (bei 12 Prozent) ging es dabei um eine geänderte Marktlage oder Konkurrenzsituation, Kreditrestriktionen oder Lohn- und Steuererhöhungen. Bei nur jeweils einem Prozent war der Ausfall von Lieferanten oder die Insolvenz von Abnehmern der Auslöser für die Pleite.

Als nicht beeinflussbare sonstige Insolvenzursache kam in drei Prozent der Fälle eine Krankheit zum Tragen.

Fahrlässigkeit und Kapitalmangel

Fahrlässigkeit war im abgelaufenen Jahr für immerhin 14 Prozent der Insolvenzen verantwortlich: Bei der Hälfte davon (7 Prozent) waren Unerfahrenheit, Gründungsfehler bzw. das Unvermögen, Wirtschaftsvorgänge differenziert zu beurteilen, im Spiel. Sechs Prozent kannten das praktische Wirtschaftsleben bzw. die eigene Branche nur unzureichend oder wiesen eine mangelhafte Buchführung auf. Nur einem Prozent führte übermäßige Investitionen oder überflüssige Betriebserweiterungen durch.

Kapitalmangel war 2012 bei immerhin 13 Prozent der Fälle der Auslöser für die Zahlungsunfähigkeit - meist war das im Unternehmen vorhandene Eigenkapital für Art und Umfang des Betriebes zu gering (12 Prozent). Ein Prozent der insolventen Betriebe unterschätzte die Bedeutung verfügbarer Eigenmittel mit der Absicht Fremdkapital einzusetzen, war also schlicht unterkapitalisiert.

Persönliches Verschulden führte bei sech Prozent in die Insolvenz - drei Prozent der Unternehmer setzten betrügerische Handlungen, zwei Prozent vernachlässigten die Geschäftsführung. (APA, 21.5.2013)

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    Einer der Gründe für eine Firmeninsolvenz: Kapitalmangel.

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