Firmenpleiten großteils "hausgemacht"

21. Mai 2013, 13:26
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Nur 17 Prozent der Pleiten werden von unkontrollierbaren Phänomenen wie höhere Gewalt beziehungsweise Krankheit ausgelöst

Wien - Mehr als 80 Prozent der Firmenpleiten sind "hausgemacht", urteilt der Gläubigerschutzverband von 1870 (KSV). 2012 wurden über 3.505 Unternehmen in Österreich Insolvenzverfahren eröffnet, weitere 2.536 Verfahren wurden mangels Masse abgewiesen. Aber in nur 17 Prozent der Fälle waren nicht beherrschbare Ereignisse wie Marktveränderungen, Kreditrestriktionen, Steuererhöhungen oder Krankheit die Ursache. Generell waren aber fast alle heimischen Unternehmer erfolgreich unterwegs: Nur 1,5 Prozent sind laut KSV gescheitert.

Jede zweite Insolvenz hatte im Vorjahr innerbetriebliche Ursachen - in 38 Prozent der Fälle fehlte der kaufmännische Weitblick, in 7 Prozent waren die Beobachtung des wirtschaftlichen Umfelds, der Zins- und Kostenentwicklungen oder Angebot und Nachfrage bzw. Umstrukturierungen mangelhaft. 5 Prozent bekamen die Konsequenzen aus Kalkulationsfehlern oder Produktionsmisserfolgen zu spüren.

Externe Ursachen in der Minderzahl

In nur 14 Prozent der Insolvenzfälle wurden externe Ursachen schlagend - meistens (bei 12 Prozent) ging es dabei um eine geänderte Marktlage oder Konkurrenzsituation, Kreditrestriktionen oder Lohn- und Steuererhöhungen. Bei nur jeweils 1 Prozent war der Ausfall von Lieferanten oder die Insolvenz von Abnehmern der Auslöser für die Pleite. Als nicht beeinflussbare sonstige Insolvenzursache kam in 3 Prozent der Fälle eine Krankheit zum Tragen.

Fahrlässigkeit war im abgelaufenen Jahr für immerhin 14 Prozent der Insolvenzen verantwortlich: Bei der Hälfte davon (7 Prozent) waren Unerfahrenheit, Gründungsfehler bzw. das Unvermögen, Wirtschaftsvorgänge differenziert zu beurteilen, im Spiel. 6 Prozent kannten das praktische Wirtschaftsleben bzw. die eigene Branche nur unzureichend oder wiesen eine mangelhafte Buchführung auf. Nur 1 Prozent führte übermäßige Investitionen oder überflüssige Betriebserweiterungen durch.

Zu wenig Eigenkapital

Kapitalmangel war 2012 bei immerhin 13 Prozent der Fälle der Auslöser für die Zahlungsunfähigkeit - meist war das im Unternehmen vorhandene Eigenkapital für Art und Umfang des Betriebes zu gering (12 Prozent). 1 Prozent der insolventen Betriebe unterschätzte die Bedeutung verfügbarer Eigenmittel mit der Absicht Fremdkapital einzusetzen, war also schlicht unterkapitalisiert.

Persönliches Verschulden führte bei 6 Prozent in die Insolvenz - 3 Prozent der Unternehmer setzten betrügerische Handlungen, 2 Prozent vernachlässigten die Geschäftsführung. (APA, 21.5.2013)

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    Firmen-Insolvenen sind meist innerbetrieblichen Ursachen geschuldet.

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