Letzte Chance für Niemetz

21. Mai 2013, 17:50
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Schwedenbombe wartet weiter auf frisches Geld

Wien - Er habe bei den Schwedenbomben alles schon erlebt, schließe daher nichts mehr aus, sagt Roman Tahbaz. Fix für den Experten des Kreditschutzverbands ist nur, dass es die letzte Chance für Niemetz sei, den Verkauf des insolventen Betriebs zu verhindern.

Am Dienstag Punkt Mitternacht lief die Frist ab, um 4,2 Millionen Euro aufzustellen. Ein Investor aus Kolumbien mit deutschem Geschäftsführer als Gehilfen soll der Spender sein. Seine Identität gab Familie Niemetz weder den Gläubigerschützern noch dem Masseverwalter preis. Ob das Geld einlangte, auf einem Konto oder bar, will Letzterer heute kundmachen.

Auf weitere Fristerstreckungen oder Zahlung in Raten lassen sich die Gläubigervertreter nicht mehr ein, sagt Tahbaz, der wie viele seiner Kollegen skeptisch ist. Sei das Geld nicht da, beginne sofort der Verkaufsprozess, der noch im Mai finalisiert werden könne. "Es sind alle rechtlichen Voraussetzungen dafür da." Das Rennen um die in die Krise gerutschte Süßwarenfabrik spitzt sich wie berichtet auf den Tiroler Großhändler Interfood und die rumänische Meinl-Tochter Heidi als Bestbieter zu.

Mehr als 80 Prozent der Firmenpleiten sind aus Sicht des KSV von 1870 hausgemacht. In Österreich fuhren im Vorjahr rund 3500 Un- ternehmen in die Insolvenz, weitere 2536 Verfahren wurden mangels Masse abgewiesen. In nur 17 Prozent der Fälle waren nicht beherrschbare Ereignisse wie Marktveränderungen, zu knappe Kredite, Steuererhöhungen oder Krankheit der Auslöser, erhob der KSV.

Jede zweite Insolvenz hatte innerbetriebliche Ursachen: Überwiegend fehlte es an kaufmännischem Weitblick. Das wirtschaftliche Umfeld wurde ebenso missachtet wie die laufenden Zins- und Kostenentwicklungen. (vk, DER STANDARD, 22.5.2013)

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