Klimaerwärmung verläuft langsamer als erwartet

20. Mai 2013, 20:57
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Aktuelle Daten zeigen: Worst-Case-Szenarien bei der Erderwärmung in diesem Jahrhundert eher unwahrscheinlich

Paris - Im vergangenen Jahrzehnt sind die globalen Durchschnittstemperaturen weniger stark gestiegen als bisher angenommen wurde. Die Verzögerung bei der Erderwärmung lässt die Worst-Case-Szenarien für den Klimawandel in diesem Jahrhundert zwar unwahrscheinlich werden, erklärten Wissenschafter in einem Beitrag für das Magazin "Nature Geoscience" am Sonntag. Die Erwärmung bleibe aber voraussichtlich deutlich über dem von der internationalen Gemeinschaft angestrebten Ziel, den Anstieg auf zwei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung zu begrenzen.

Während das letzte Jahrzehnt zwar das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 gewesen sei, sei der Anstieg der Temperatur zwischen 2000 und 2009 niedriger ausgefallen als vielfach erwartet, heißt es in der Untersuchung, in die neue Temperaturdaten und Messungen zur Wirkung der Sonnenstrahlung auf die Atmosphäre einflossen. Die Klimapolitik könne deshalb bei Prognosen für die weitere Entwicklung grundsätzlich von einem "niedrigeren Wertbereich" ausgehen.

Mehrere Ursachen möglich

Tatsächlich stabilisierte sich die Erwärmung, obwohl die Menge der Treibhausgase in die Atmosphäre zunimmt. Wissenschafter erklären das Phänomen teils mit der Aufnahme von Wärme durch die Ozeane, einen Rückgang der Sonnenaktivität oder einen erhöhten Anteil von Vulkanstaub in der Atmosphäre, der Sonnenstrahlen reflektiert.

2007 hatte der Weltklimarat vor einem maximalen Temperaturanstieg um 6,4 Grad in diesem Jahrhundert gewarnt. Die Erwärmung der kommenden 50 bis 100 Jahre werde wahrscheinlich "im Bereich aktueller Klimamodelle liegen, aber nicht am oberen Ende ihrer Reichweite", erklärte Ko-Autor Alexander Otto von der Universität Oxford.

Gute Nachricht

Dass Daten nun die schlimmsten Prognosen ausschlössen, sei eine gute Nachricht, betonte Studien-Ko-Autor Reto Knutti von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Aber selbst wenn die Wirkung am unteren Ende der Prognosen liege, "bleibt die Erwärmung weiter deutlich über dem Zwei-Grad-Ziel, auf das sich Länder verständigt haben." (APA/red, derStandard.at, 20.05.2013)

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