Ausschreitungen bei Protesten von Textilarbeitern in Bangladesch

20. Mai 2013, 20:26
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Tausende demonstrierten für höhere Löhne - Einige sollen Steine auf Polizisten geworfen haben

Dhaka - Bei Protesten von Textilarbeitern in Bangladesch ist es am Montag zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Gummigeschosse und Tränengas gegen Arbeiter ein, als diese im Zuge einer Demonstration für höhere Löhne eine wichtige Autobahn in der Nähe der Hauptstadt Dhaka blockierten. Die Straße liegt im Industriegebiet Ashulia, in dem hunderte Fabriken Textilien für westliche Handelsketten wie Walmart oder H&M fertigen.

Der Polizeichef von Ashulia, Badrul Alam, sagte, einige Demonstranten hätten Steine auf Polizisten geworfen und Polizeiwagen angegriffen. "Wir haben Gummigeschosse und Tränengas eingesetzt, als sie gewalttätig wurden und eine Straße blockierten." An den Protesten hätten rund 20.000 Arbeiter teilgenommen, sagte Alam. Der Chef der Industriepolizei von Ashulia, Mustafizur Rahman, sprach dagegen von rund 12.000 Teilnehmern. Laut dem Fernsehsender Ekattor wurden bei den Zusammenstößen rund 50 Menschen verletzt.

Arbeitsbedingungen unter Kritik

Die Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter in Bangladesch sind auch im Ausland stark in die Kritik geraten, nachdem beim Einsturz eines Fabrikgebäudes am 24. April mehr als 1.100 Menschen getötet wurden. Es war das schlimmste Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs.

Im vergangenen Jahr hatten bereits mehrere Brände in Textilfabriken eine Diskussion über die unzureichenden Sicherheitsstandards und die schlechten Arbeitsbedingungen in den Nähwerkstätten des südasiatischen Landes ausgelöst. Zahlreiche westliche Bekleidungsunternehmen unterzeichneten inzwischen ein Abkommen für mehr Gebäudesicherheit in den Produktionsstätten.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Textilhersteller weltweit, der Sektor ist der wichtigste Industriezweig in dem verarmten Land. Erst vergangene Woche hatten die Textilfabriken in Bangladesch, die nach dem Unglück geschlossen wurden, wieder ihre Arbeit aufgenommen. (APA, 20.5.2013)

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