Nach Frauen benannte Straßen: Moses Mendelssohn und die Frauenquote

Kommentar der anderen20. Mai 2013, 19:01
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Das grüne Streben nach einer Frauenquote bei Straßennamen am Beispiel Berlin: Aus einem wütenden Kommentar des Historikers Götz Aly in der "Berliner Zeitung"

Künftig soll der Platz am Jüdischen Museum Fromet-und- Moses-Mendelssohn-Platz heißen. Für dieses Wortungetüm stimmten die von den Grünen dominierten Bezirksverordneten von Friedrichshain-Kreuzberg. Damit ignorierten sie den Wunsch der Museumsleitung, Moses Mendelssohn nicht als Ehegatten von Fromet zu familiarisieren, sondern ihn als Vorkämpfer jüdisch-deutscher und deutsch-jüdischer Aufklärung zu ehren.

Am vergangenen Mittwoch hatten die Grünen folgende Varianten zur Abstimmung gestellt:

1. Moses Mendelssohn; 2. die 19 Jahre vor ihrem Tod getaufte Rahel Varnhagen; 3. das Ehepaar Fromet und Moses Mendelssohn.

Der Skandal liegt darin, dass Moses Mendelssohn als Erster niedergestimmt wurde - einziger Grund: falsches Geschlecht. Zu Lebzeiten gehörte er der falschen Religion an, später, 1933, der falschen Rasse.

Die Grünen setzen die Logik der Exklusion fort. Von weltanschaulicher Rechthaberei getrieben, treten sie wohlbegründete Bürgerwünsche mit Füßen. Das können weltoffene, geschichtsbewusste Berlinerinnen und Berliner nicht hinnehmen.

"Werk ohne Geist", so hätte Mendelssohn das grüne Machtgehabe genannt. Doch von ihm und seinen Texten haben die Bezirksfunktionäre keinen Schimmer.

Darf auf Wunsch der Grünen in Berlin nur in Begleitung seiner Frau aufs Straßenschild: Moses Mendelssohn (1729-1786). (DER STANDARD, 21.5.2013)

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