Radarwarnung auf Facebook: Achtung, Handyverbot

Kommentar20. Mai 2013, 18:49
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Aus erzieherischen Gründen: Daumen runter für die Facebook-Radar-Warnung

Wer früher von einem wildfremden, entgegenkommenden Autofahrer per Lichthupe angeblinzelt wurde, wusste: Da vorn irgendwo lauern sie, die radarpistolenbewaffneten Wächter des Tempolimits. Heute gibt es Blitzinfos viertelstündlich nach den Schnellnachrichten im Radio, fast alle Navis - auch die Gratisprogramme fürs Handy - piepsen bei Radarwarnungen. Nun also auch hochoffiziell per Facebook, zumindest im deutschen Göttingen, wo die Polizei laufend die Standorte von allen 60 örtlichen Geschwindigkeitsmessungen bekannt gibt.

Was bleibt, ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit: Viele Lenker mögen sich punktgenau einbremsen (immerhin), die wenigsten wohl auf Dauer. "Nutzt's nix, schadet's nix" scheint in diesem Fall trügerisch. Denn soziale Netzwerke im Internet werden längst mit Handys oder Tablets gesponnen. Deren Bedienung ist aber wiederum Personen, die ein Fahrzeug lenken, untersagt. Telefonieren am Steuer ist ja bekanntlich nur mit Sprechanlage erlaubt.

Die ohnehin schwere Übung, Lenkern während der Fahrt das Hantieren mit allem, was nicht zum Auto gehört, abzugewöhnen, könnte weit zurückgeworfen werden. Denn es ist nicht anzunehmen, dass sich "The Fast and the Furious" Zeit nehmen, schon vor dem Losfahren die Radarstandorte zu checken und erst unterwegs das smarte Display konsultieren. Deswegen aus erzieherischen Gründen: Daumen runter für die Facebook-Radar-Warnung. (Michael Simoner, DER STANDARD, 21.5.2013)

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