Hut ziehen, Meisterteller stemmen

20. Mai 2013, 18:25
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Am Mittwoch sollte die Wiener Austria in der restlos ausverkauften Generali Arena den 24. Titel der Klubgeschichte fixieren. Ein Punkt gegen Mattersburg ist realistisch. In Meisterfeiern sind die Wiener unroutiniert

Wien - Man kann nicht sagen, dass Roman Kienast in seiner Karriere einen schlechten Riecher bewiesen hat. Bei drei Klubs war der 29-jährige Stürmer in der heimischen Bundesliga bisher engagiert, 2005 holte er mit Rapid und 2011 mit Sturm Graz den Meisterteller. 2013 ist es wohl mit der Austria so weit. Wieso diese Tatsache bemerkenswert ist? Kienast ist der einzige Kaderspieler der Truppe von Chefcoach Peter Stöger, der einen Meistertitel in seiner Vita stehen hat. Der Rest der Gang freut sich auf den diesbezüglichen Debütanten-Ball.

"Wir alle fiebern dem Moment entgegen, den Teller in den Himmel stemmen zu dürfen", sagte Mittelfeldmotor Alexander Grünwald. Für den 33-jährigen Kapitän Manuel Ortlechner, seit 2009 bei der Austria, wäre es eine große Belohnung. "Natürlich ist es eines meiner größten Ziele. Aber man muss aufpassen, dass das dann nicht so endet wie der Hund, der dem eigenen Schwanz nachläuft." Dass das dann nicht so endet wie der Hund, der dem eigenen Schwanz nachläuft, davon ist auszugehen: Gegen Mattersburg reicht am Mittwoch in der ausverkauften Generali Arena schon ein Punkt zum Triumph. In den bisherigen drei Saisonpartien gegen die Burgenländer gab es Siege, Philipp Hosiner traf je zweimal. "Wir werden es am Mittwoch richten. Und wir werden natürlich auf Sieg spielen", gab der Goalgetter die Marschroute vor. Mit bislang 32 Treffern steht er praktisch als Torschützenkönig fest.

Mattersburg benötigt ein Remis, um sich aller Abstiegssorgen zu entledigen. Eine Absprache der beiden Klubs auf dieses Ergebnis wäre theoretisch möglich, ist praktisch aber nicht drinnen. Denn Trainer Stöger hat es auf den Allzeit-Punkterekord von Sturm Graz (81) aus der Saison 1997/98 abgesehen. "Wenn wir schon so eine Saison spielen, dann wollen wir auch den Rekord brechen", sagte der 47-Jährige, der als Spieler vier und als Trainer eine Meisterschaft gewann.

Spanische Verhältnisse ortet Stöger angesichts der Dominanz seines Teams und des hartnäckigen Verfolgers Salzburg. "Ich ziehe den Hut vor meinen Jungs. Weil ich einschätzen kann, was für eine Saison Salzburg spielt und was für eine Qualität Salzburg hat. Und wir sind dennoch sechs Punkte voran." Rapid hat als Dritter 28 Punkte Rückstand. (krud, APA - DER STANDARD 21.5. 2013)

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    Austrias Philipp Hosiner (rechts) kommt mit Mattersburgern (im Bild Lukas Rath) gut zurecht. In den bisherigen drei Saisonpartien gegen die Burgenländer traf der Burgenländer je zweimal.

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