Dayli und Eybl hadern mit ihren Lieferanten

20. Mai 2013, 17:21
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Kriselnden Handelsketten läuft die Zeit davon

Wien - Die Briefe ergingen vor gut zwei Wochen an Lieferanten quer durch die Branchen. Rudolf Haberleitner, Chef von Dayli, ersucht darin um Zahlungsaufschub von mehreren Wochen. Was in der Industrie, der das rüde Gebaren des Dayli-Vorgängers Schlecker noch gut in Erinnerung ist, schlecht ankam. Zumal Kreditversicherer Geschäfte mit der Drogeriemarktkette nach wie vor nicht decken, da ihnen diese wesentliche finanzielle Informationen schuldig blieb.

Haberleitner hadert von Beginn an mit kurzen Zahlungszielen, die ihm Lieferanten gewähren. Viele räumen ihm allein zwei Wochen ein. Andere versorgten ihn lange nur gegen Vorauskasse - während im Handel insgesamt Bestrebungen laufen, Waren erst zu bezahlen, wenn sie tatsächlich verkauft sind, erfuhr der Standard.

Haberleitner führt die Finanzierungsprobleme auf die "massiven Boykottaufrufe und Geschäftsstörungsmaßnahmen der Gewerkschaft und teilweise auch von Mitgliedern der Kammern und der Landesregierung" zurück, sagte er den OÖ Nachrichten. Auch die "Blitzentscheidung des Wirtschaftsministers gegen die Sonntagsöffnung" habe dazu beigetragen, dass es zum Finanzierungsboykott gekommen sei. Von der versprochenen starken Expansion ist bisher wenig zu sehen.

Zerschlagung

Mit wachsenden finanziellen Problemen kämpfen auch Eybl und Sport Experts. Die Handelsgruppe soll noch vor dem Sommer neue Eigentümer erhalten. Dem Vernehmen nach spießt sich der Deal vor allem am Bemühen, den verlustreichen Konzern im Paket zu verkaufen. Internationale Interessenten sollen stark auf die Zerschlagung drängen.

Die Zeit drängt. Die Genossenschaft Intersport hat jüngst die Haftungen für Eybl/Sport Experts gegenüber den Lieferanten eingestellt, berichteten die Salzburger Nachrichten, was bereits zu einzelnen Lieferstopps führte. (vk, DER STANDARD, 21.5.2013)

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