Diese Apps machen das iPad bürotauglich

20. Mai 2013, 11:29
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Nützliche Büro-Anwendungen für Apples Tablet

Viele glauben, dass das iPad und andere Tablets nur zum Medienkonsum gut sind, den Arbeitstag jedoch nicht produktiver machen können. Doch einige Apps beweisen, dass das nicht stimmt. Eine Woche lang habe ich verschiedene bürotaugliche Apps getestet und am Ende diesen Artikel auf einem iPad geschrieben – mit der beliebtesten kostenpflichtigen App für iPads, dem Textverarbeitungsprogramm "Pages" von Apple .

Tablets sind natürlich nicht für jede Büroarbeit geeignet. Es ist ein Unterschied, ob man ein einfaches Textdokument oder eine komplizierte Tabelle erstellt. Für komplexe Dokumente empfehle ich immer noch einen traditionellen PC oder Mac. Auch das Tippen auf einer virtuellen Tastatur kann ein Problem sein. Wer längere Dokumente auf einem iPad schreibt, sollte am besten eine Bluetooth-Tastatur nutzen.

Schon jetzt nutzen viele Menschen iPads bei der Arbeit; sei es, um E-Mails zu lesen oder einen Termin auf dem iPad-Kalender zu vereinbaren. Außerdem gibt es Unmengen an Apps, die auf bestimmte Berufsfelder zugeschnitten sind, zum Beispiel für Vertreter oder Ärzte.

Doch gerade die viel genutzten Microsoft-Office-Programme fehlen auf dem iPad. Noch bietet der Softwareriese keine Version dieser Werkzeuge an, die für Tablets optimiert ist. Andere iPad-Apps treten in diese Lücke. Viele ahmen die Funktionen von Office nach und sind kompatibel mit den Dateiformaten von Microsoft. Jedoch fehlen immer auch einige Funktionen.

Für einfache Dokumente sind die meisten Apps ausreichend. Anhänge aus E-Mails lassen sich aus dem Mail-Programm heraus in diesen Apps öffnen – auf dem iPad muss man einfach das Symbol mit dem Anhang einfach etwas länger berühren als sonst, und schon erscheint eine Liste mit kompatiblen Apps.

Es folgen meine Eindrücke einiger Apps. Um sie zu testen, habe ich auf dem iPad ein mit jeder App ein identisches Textdokument erstellt, mit verschiedenen Schriftarten und einem Foto, und das dann auf einem PC und einem Mac in Microsoft Word exportiert. Außerdem habe ich eine 23-seitige Power-Point-Präsentation in die Apps importiert, um zu sehen, ob sie richtig vom PC und dem Mac übernommen wurde.

iWork

Die Touch-Version von iWork kam 2010 gleichzeitig mit dem iPad auf den Markt. Das Programm wird gerade zum siebten Mal überarbeitet. Von allen Apps, die ich getestet habe, ist sie die Touch-freundlichste und ist außerdem sehr transparent, was die Fälle angeht, da das Programm nicht mit Microsoft Office kompatibel ist. Apple unterhält sogar eine Internetseite, wo alle Kompatibilitätsprobleme aufgelistet sind. Das App-Paket besteht aus dem Text-Programm Pages, dem Tabellen-Programm Numbers und der Präsentations-App Keynote. Jedes dieser Programme ist für 8,99 Euro im App-Store erhältlich.

iWork synchronisiert Dokumente während dem Tippen mit der iCloud, die von jedem Webbrowser zugänglich ist und die Dateien in den klassischen Office-Formaten exportieren kann. Man kann Dokumente auch vom iPad aus im Office-Format mailen. Doch anders als einige iPad-Apps bietet iWork keinen direkten Zugang zu beliebten Dateispeicherdiensten wie Dropbox und Google Drive.

iWork funktioniert auch gut ohne Internetverbindung, da die Dokumente gleichzeitig auf dem Gerät gespeichert werden.

Mit Pages konnte ich mein Testdokument am einfachsten und schnellsten erstellen. Doch als ich es in Word auf einem PC und einem Mac öffnete, war eine Zeile verrutscht. Keynote hat die Power-Point-Präsentation hingegen perfekt importiert.

QuickOffice Pro HD

Dieser Microsoft-Office-Ersatz existiert schon seit langem auf verschiedenen Geräten und funktioniert auf dem iPad gut, um einfache Dokumente zu erstellen. Alle drei Module in einer App kosten zusammen 17,99 Euro. Das Programm speichert die Dateien auf dem Gerät und lässt sich mit vielen beliebten Cloud-Diensten integrieren.

Jedoch konnte ich kein Foto in mein Test-Dokument einfügen, und die Präsentation wurde beim Importieren falsch formatiert.

AstralPad

Die neuste App auf diesem Bereich ist nicht auf dem iPad gespeichert, sondern bietet Zugriff zu einer Office-App, die auf einem zentralen Server läuft. Da diese Server-App für PCs gedacht ist, hat sie deutlich mehr Funktionen als andere Apps und ist oft kompatibler. Derzeit ist die App kostenlos, jedoch wird sie bald pro Monat kostenpflichtig, wenn man eine bestimmte Anzahl von Dokumenten überschreitet.

Die Cloud-App von Astral ist jedoch keine Version der echten Office-Programme, sondern ein Klon von frei verfügbarer Open-Source-Software. Und da das Programm für PCs gemacht ist, fand ich es schwer, es mit einem Touchscreen zu bedienen, obwohl Astral einige Touch-Funktionen und eine virtuelle Maus eingebaut hat.

Außerdem konvertiert das Programm die aktuellen Office-Dateiformate in ältere Formate, bevor man mit den Dokumenten arbeiten kann.

AstralPad hat einige nützliche Funktionen. Zum Beispiel kann man mit mehreren Dokumenten gleichzeitig arbeiten und Bausteine zwischen den Dateien verschieben. Außerdem kann man aus dem Programm heraus Video- und Audioanrufe machen, um mit anderen an Dokumenten zu arbeiten. Dateien lassen sich in der Cloud oder auf dem Gerät abspeichern. Doch die App funktioniert nur mit einer Internetverbindung.

Mein Testdokument konnte ich erstellen, nachdem das Unternehmen einen Fehler behoben hatte, durch den ich keine Fotos einfügen konnte. Die Präsentationsdatei wurde jedoch nicht richtig angezeigt: Text und Bilder überschnitten sich.

AstralPad erscheint mir eher wie ein unfertiges Produkt.

CloudOn

Wie AstralPad läuft dieses Programm von einem Server aus und funktioniert nur mit Internetverbindung. Jedoch ist die App kostenlos, und sie nutzt eine echte Kopie von Microsoft Office. Das Testdokument konnte ich problemlos erstellen und die Präsentation wurde fehlerfrei angezeigt.

Die App lässt sich auch mit Cloud-Speicherdiensten integrieren. Zwar war CloudOn einfacher zu nutzen als AstralPad, doch auch diese PC-Software funktioniert auf dem iPad nicht ideal.

Unter dem Strich heißt das: Keine dieser iPad-Apps ist perfekt, aber man kann mit ihnen grundlegende Arbeiten erledigen und die Dokumente einfach auf einen PC übertragen. (Walter S. Mossberg, Wsj.de/derStandard.at, 20.5.2013)

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