Gedächtnistest hilft nach Schädel-Hirn-Trauma

20. Mai 2013, 10:38
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Kognitive Defizite und Erinnerungsleistung kann deutlich gesteigert werden

Regensburg - Patienten mit schweren Schädel-Hirn-Verletzungen können ihre Erinnerungsleistung mit Gedächtnistests deutlich verbessern. Das haben Forscher der Universität Regensburg herausgefunden. "Die positiven Effekte bei den verletzten Probanden waren genauso groß wie bei den gesunden", erläuterte Karl-Heinz Bäuml, Leiter der Studie.

Untersucht wurden über einen Zeitraum von zwei Monaten 24 Menschen, die nach einem schweren Unfall längere Zeit im Koma lagen und große kognitive Defizite sowie Gedächtnisprobleme hatten. Parallel wurden zwölf gesunde Menschen getestet.

Regelmäßige Wiederholung

Den Probanden wurden zehn Bilder und Wörter gezeigt. Während der anschließenden Pause sollte eine Gruppe sich sofort an das Gesehene erinnern, während die andere Gruppe nichts tun musste oder sich die Bilder noch einmal anschauen durfte. Dann folgten zwei weitere Bilder- und Wortreihen. Zum Ende der drei Durchgänge wurde alle Reihen abgefragt. "Dabei zeigte sich, dass sich die Gedächtnisleistung drastisch verbessert, wenn die Patienten nach einer Testreihe sofort angehalten werden, sich an das Gezeigte zu erinnern", sagte Bäuml, der einen Lehrstuhl für Psychologie an der Uni Regensburg hat.

Aktives Erinnern schult demnach das Gedächtnis mehr als vielfaches passives Anschauen oder Lesen. Patienten mit schweren Schädel-Hirn-Verletzungen müssten die Tests jedoch regelmäßig durchführen. "Der Effekt stellt sich erst nach einigen Tagen ein und wächst dann an", betonte Bäuml. (APA, 20.5.2013)

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