Lokalwahlen: Zagrebs Bürgermeister muss in Stichwahl

19. Mai 2013, 21:47
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Hochrechnungen: Milan Bandic führt mit 44 Prozent - Kerum verliert Split

Zagreb - Die ersten Hochrechnungen der Lokalwahlen in Kroatien am Sonntag bestätigten zum Großteil die Meinungsumfragen: In der Hauptstadt Zagreb erhielt der amtierende parteiunabhängige Bürgermeister Milan Bandic die meisten Stimmen (44,20 Prozent). Der umstrittene Geschäftsmann und Bürgermeister von Split, Zeljko Kerum, verliert den Hochrechnungen der Agentur Ipsos Puls zufolge den Bürgermeistersessel.

In Rijeka konnte der Sozialdemokrat Vojko Obersnel ebenfalls die Stellung halten. Für Obersnel könnte das Rennen bereits heute entschieden werden, denn laut den Hochrechnungen bekam er 48 Prozent der Stimmen. Beim ersten Durchgang ist die Hälfte der Stimmen notwendig, um die Wahl zu entscheiden. Alle anderen Kandidaten müssen mit ihren Herausforderern in die Stichwahl am 2. Juni.

Stichwahlen

Milan Bandic tritt also voraussichtlich gegen den SDP-Kandidaten und Gesundheitsminister Rajko Ostojic bei den Stichwahlen am 2. Juni an. In Split führt der SDP-Kandidat Ivo Baldasar, Herausforderer ist Vjekoslav Ivanisevic von der oppositionellen HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft. Kerum half es auch nicht, dass er noch zwei Tage vor den Wahlen ein zehn Meter hohes Kreuz auf dem Spliter Hausberg "Marjan" aufstellen ließ. Mit der Aufstellung eines Denkmals für den Staatsgründer und ersten kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman, auch unmittelbar vor den Wahlen, konnte er offenbar ebenfalls nicht punkten.

In Osijek bekam der amtierende Kresimir Bubalo von der slawonischen Regionalpartei HDSSB des verurteilten Kriegsverbrechers Branimir Glavas die meisten Stimmen, sein Herausforderer ist Ivan Vrkic von einer unabhängigen Liste.

3,7 Millionen Kroaten konnten heute ihre Vertreter in den Ländern (Gespanschaften), Städten und Gemeinden wählen. Insgesamt waren 9.576 Stellen zu besetzen.

Die Wahlbeteiligung bis 16.00 Uhr war mit 33 Prozent höher als bei den zuletzt abgehaltenen EU-Wahlen am 14. April (21 Prozent) und in etwa gleich wie bei den Lokalwahlen im Jahr 2009. Der Politologe Tihomir Cipek von der Universität Zagreb urteilte im kroatischen Privatsender Nova TV, dass sich die "kroatische Demokratie langsam" erhole. (APA, 19.5.2013)

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