Zu Lähmung verurteilter Saudi kauft sich von Strafe frei

19. Mai 2013, 16:36
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Mann drohte laut Medienberichten gezielt herbeigeführte Lähmung - Saudi-Arabien hatte Verhängung der Strafe dementiert

Riad - Ein hohes Bußgeld und die Milde seines Opfers haben einen jungen Saudi-Araber vor einer grausamen Strafe bewahrt. Dem 24-jährigen Ali Al-Khawahir blieb eine operativ herbeigeführte Lähmung seiner unteren Extremitäten erspart, weil die Familie seines Opfers einer Zahlung von umgerechnet rund 210.000 Euro einwilligte und auf die Anwendung der Strafe verzichtete, wie die Zeitung "Al-Watan" am Sonntag berichtete. Al-Khawahir kommt nun nach zehneinhalb Jahren Haft frei.

Al-Khawahir war nach Angaben saudiarabischer Meiden verurteilt worden, weil er im Jahr 2003 als 14-Jähriger einen Freund so heftig auf den Rücken geschlagen hatte, dass dieser fortan an den Beinen gelähmt war. Das Justizministeriums des Landes hatte Berichte über eine drohende operative Lähmung Anfang April dementiert. Vielmehr habe ein Richter einen entsprechenden Antrag zurückgewiesen, hieß es damals.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuvor auf die drohende Strafe hingewiesen und das Land aufgefordert, diese auszusetzen. Auch die britische Regierung hatte sich in den Fall eingeschaltet. Das in Saudi-Arabien besonders streng angewandte islamische Recht der Scharia sieht zahlreiche drakonische körperliche Strafen wie Amputationen, Enthauptung oder Auspeitschung vor. (APA, 19.5.2013)

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