Hacker sollen im Cyberwar getötet werden dürfen

19. Mai 2013, 12:18
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Deutsche Bundesregierung bezog Stellung zum im März vorgelegten "Tallinn Manual"

Im März hat die NATO mit dem sogenannten "Tallinn Manual" ein Handbuch für die Cyberkriegsführung veröffentlicht. Darin ist auch das Töten von Hackern vorgesehen. Nun hat die deutsche Bundesregierung dazu Stellung bezogen. "Es obliegt nicht der Bundesregierung, eine breite gesellschaftliche Debatte über die Regeln zu führen", zitiert Golem aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von Die Linke.

Rechtlich nicht bindend

Das Handbuch sei eine "rechtlich nicht bindende Darstellung von völkerrechtlichen Regeln", heißt es darin. Diese würden nach Ansicht der für die Zusammenstellung zuständigen Sachverständigen für "Cyberoperationen oberhalb der Schwelle des bewaffneten Konflikts Anwendung finden." Laut der deutschen Bundesregierung sei allerdings keiner ihrer Vertreter an der Erstellung des Handbuchs beteiligt gewesen.

Aktive Kriegsteilnehmer

Hacker, die Aktionen im Rahmen kriegerischer Konflikte ausführen, werden laut dem Handbuch als aktive Kriegsteilnehmer angesehen. Somit dürften sie auch angegriffen und getötet werden. Unter Cyberangriffe würden vor allem DDoS-Attacken und das gezielte Infizieren mit Malware fallen. Allerdings gelte auch schon das Suchen von Schwachstellen in gegnerischen Systemen als kriegerische Handlung. (red, derStandard.at, 19.5.2013)

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    Hacker gelten laut NATO als aktive Kriegsteilnehmer.

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