Kronzeuge soll Causa um Ex-Telekomtochter Mass Response klären

18. Mai 2013, 10:32
1 Posting

Ex-Chef von Telekom-Zulieferfirma hat bereits ausgepackt - Staatsanwaltschaft beantragte Kronzeugenstatus

Die Staatsanwaltschaft Wien baut neben dem früheren Telekom-Vorstand Gernot Schieszler einen weiteren Kandidaten als Kronzeugen auf, berichtet der "Kurier" (Samstag). Es gehe diesmal zwar wieder um die Telekom, aber nicht um Konzernmanager, sondern um den Ex-Chef einer Zulieferfirma. Die Causa stehe im Zusammenhang mit einem finanziellen Debakel, das die inzwischen ehemalige Telekom-Tochter Mass Response mit Gewinnshows (Call-in-TV) erlitt, schreibt die Zeitung.

Der potenzielle künftige Kronzeuge hat laut "Kurier" Mitte März bei der Staatsanwaltschaft ausgepackt. Anrufer, die über Mehrwertnummern mitspielten, seien geblufft worden. "Statisten" seien in die Show geschalten worden, wenn es um hohe Gewinne ging, für diese Dienste hätten die "Statisten" 500 Euro bekommen, den Gewinn von bis zu 33.000 Euro aber zurückgegeben. Die Ermittlungen sind laut Blatt in ein Großverfahren ausgeufert.

Ein Vorhabenbericht der Staatsanwaltschaft ist demnach an die Oberstaatsanwaltschaft gegangen - samt dem Kronzeugen-Status-Antrag für den Ex-Chef der einen Zulieferfirma, der ein umfassendes Geständnis abgelegt habe. Die letztinstanzliche Entscheidung liegt beim Justizministerium, wo auch der Kronzeugen-Antrag für Schieszler auf Erledigung wartet.

Die Telekom hat in der Causa rund um ihren Ausstieg aus der Ex-Tochter Mass Response eine Schadenersatzklage über vier Mio. Euro eingebracht. Der erlittene Schaden bei der Telekom liegt laut Unternehmen "weit unter" medial kolportierten 46 Mio. Euro. (APA, 18.05.2013)

Share if you care.