Guarneri-Violine in Wien wieder aufgetaucht

22. Mai 2013, 12:45
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Händler meldete sich bei Ermittlern - Die Fahndung läuft, die Hintergründe sind weiter unklar

Wien - Die vergangene Woche im Westen Wiens bei einem Einbruch gestohlene Guarneri-Geige ist wieder aufgetaucht, teilte ein Polizeisprecher  am Mittwoch  mit. Demnach hat sich ein Händler bei der Polizei gemeldet, der sie von einer unbekannten Person erstanden hatte. Nach dem Instrument war in den vergangenen Tagen auch mit Fotos auf der Internetseite des Bundeskriminalamts gefahndet worden. Aufgrund der medialen Berichterstattung über den Coup schöpfte der Händler Verdacht, dass er die Guarneri-Geige in Händen halten könnte, und schaltete die Ermittler ein.

Nun läuft die Suche nach den Tätern auf Hochtouren. Nicht zuletzt deshalb gab sich die Exekutive mit Informationen sehr zurückhaltend. Den Tätern war es gelungen, das Instrument, das 1737 gebaut wurde, sowie vier historische Bögen (aus England, Frankreich und der Schweiz) mitgehen zu lassen. Ob es ein gezielter Coup oder Zufallstreffer war, sei unbekannt.

Der Wert der Geige wurde mit 150.000 Euro angegeben, könnte aber je nach Qualität des Instruments weit höher liegen. Nur noch rund 150 Meisterwerke des Italieners Giuseppe Guarneri seien erhalten, gute Stücke seien unter zwei Millionen Euro wohl kaum zu erstehen. Unter den zehn teuersten Geigen der Welt befinden sich derzeit sechs Stradivaris und vier Guarneris. Bei einer Auktion wurde eine davon zuletzt um rund 14 Millionen Euro angeboten.

Bartolomeo Giuseppe Guarneri del Gesu (1698 bis 1744) stammt aus einer traditionellen Cremoneser Geigenbauerfamilie. Sein Großvater, sein Vater, sein Bruder und sein Onkel bauten ebenfalls Geigen, doch seine gelten als die Meisterwerke der Familie. 1730 übernahm er die Familienwerkstatt. Seine besten Stücke sind laut Fachleuten erst nach 1734 entstanden. Bekannt sind seine Violinen dafür, dass sie etwas kleiner sind als herkömmliche Instrumente.  (APA, 22.5.2013)

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