Barbara Rosenkranz tritt ab: Blaue Posse

Kommentar17. Mai 2013, 18:37
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Mehr als zwei Monate nach der verlorenen Landtagswahl fand die niederösterreichische Posse ein seltsames Ende.

Da saßen sie, die blauen Widerparte, und taten so, als wären alle Streitereien nur eine mediale Erfindung gewesen: Barbara Rosenkranz gab die konziliante Politstrategin, die ihren Sessel frei macht, wenn es die Partei für nötig hält; Heinz-Christian Strache den wertschätzenden Obmann, der es kaum erwarten kann, die Ex-Landesparteiobfrau in seinem Nationalratsklub zu haben. Mehr als zwei Monate nach der verlorenen Landtagswahl fand die niederösterreichische Posse ein seltsames Ende.

Vor wenigen Tagen hatte Rosenkranz noch getönt, sie wolle eine Kampfabstimmung auf einem Parteitag. Vielleicht versuchte sie, ihren Preis in die Höhe zu treiben, mit einem Nationalratsmandat sollte sie nun ihr Auslangen finden. Straches Lieblingslösung dürfte das nicht gerade sein, niemanden hat er so offen torpediert wie Rosenkranz.

Das Symptom ist also bekämpft, das Problem bleibt. Kaum fehlt der Erfolg, werden Fliehkräfte in der Partei wirksam, die schon ob ihres Statuts schwer zu beherrschen sind: Im blau-orangen Abspaltungsjahr 2005 erhielten die Landesparteien mehr Autonomie, Personalia werden dezentral entschieden. Schade, dass Rosenkranz es nicht auf die Kampfabstimmung ankommen ließ - dann wäre ein für alle Mal geklärt gewesen, wie viel Strache in jener Landespartei zu melden hat, die ihm bei der letzten Nationalratswahl die meisten Stimmen geliefert hat. So oder so: Niederösterreich ist für die Blauen ein Pulverfass. (Andrea Heigl, DER STANDARD, 18./19./20.5.2013)

 

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