Fabrikbetreiber in Kambodscha räumt nach Unglück Nachlässigkeit ein

17. Mai 2013, 16:32
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Hilfszusage an Verletzte und Angehörige der beiden Todesopfer

Phnom Penh - Nach dem Deckeneinsturz in einer kambodschanischen Schuhfabrik, bei dem zwei Arbeiter starben, hat der Betreiber die Missachtung von Sicherheitsvorschriften eingeräumt. "Angesichts der Nachlässigkeit, die zu diesem unbeabsichtigten Vorfall führte, wird das Unternehmen volle Verantwortung für die Familien der Toten und Verletzten übernehmen", sicherte der Fabrikbetreiber Wing Star am Freitag in einer Erklärung zu. Nähere Angaben zu Entschädigungszahlungen wurden nicht gemacht. Die Regierung bot den Betroffenen bereits Zahlungen an.

Zwei Tote und elf Verletzte

Bei dem Unglück in dem Dorf Angsokun rund 50 Kilometer südlich der Hauptstadt Phnom Penh waren am Donnerstag zwei Arbeiter getötet und elf weitere verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen brach die dünne Betondecke zwischen dem Erdgeschoss und dem Obergeschoss unter der Last der dort gelagerten Ware ein. Der örtliche Polizeichef machte die Billigbauweise des Gebäudes für das Unglück verantwortlich. Der Besitzer wurde von den Ermittlern einvernommen. Die Fabrik mit 7.000 Beschäftigten hatte für den japanischen Sportartikelhersteller Asics produziert.

Nach dem Unglück kündigte die kambodschanische Regierung für alle Textilfabriken im Land Sicherheitskontrollen an. Der Vorfall hatte ein weiteres Schlaglicht auf die Produktionsbedingungen der Textilbranche in armen Ländern geworfen, die für große westliche Konzerne arbeitet. Drei Wochen zuvor waren in Bangladesch bei dem Einsturz eines Gebäudes mit mehreren Textilfabriken mehr als 1.100 Menschen getötet worden. Als Konsequenz schlossen sich inzwischen mehr als 30 westliche Bekleidungsunternehmen einem Abkommen für mehr Gebäudesicherheit an Bangladeschs Produktionsstätten an. (APA, 17.5.2013)

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