Abstiegskampf dominiert Saisonfinish

17. Mai 2013, 16:26
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Düsseldorf, Augsburg und Hoffenheim im Duell um Klassenerhalt - Dortmund sorgt sich vor Match mit 1899 um Gesundheit seiner Stars - Fuchs mit Schalke in Freiburg um CL-Platz - Stöger und Hasenhüttl in Bremen im Gespräch

Dortmund/München - Dramatischer Abstiegskampf, Endspiel um den Champions-League-Qualifikations-Platz: Die letzte Runde der deutschen Fußball-Bundesliga wird zum spannenden Tag der Entscheidungen. 1899 Hoffenheim (28 Punkte) FC Augsburg (30) oder Fortuna Düsseldorf (30) - wer folgt Greuther Fürth direkt in die 2. Liga, darf in der Relegation noch hoffen oder die Rettung feiern? Verlieren verboten gilt für den FC Schalke 04 beim SC Freiburg. Stürzen die Königsblauen noch vom vierten Platz, wäre dies für den finanziell nicht auf Rosen gebetten Klub, eine herbe Enttäuschung.

Fortuna kann es aus eigener Kraft schaffen

In dem Dreikampf am Tabellenende hat Düsseldorf, das bei Hannover 96 antreten muss, als einziges Team die Karten selbst in der Hand. Aufgrund der besseren Tordifferenz (+5) liegt das Team von Trainer Norbert Meier auf Rang 15 vor dem punktgleichen FCA (beide 30) und Hoffenheim (28), das nur ein Wunder retten kann. Augsburg hat gegen Schlusslicht Greuther Fürth die auf dem Papier leichteste Aufgabe, während Hoffenheim den Sparringspartner bei der Champions-League-Generalprobe von Borussia Dortmund geben muss.

"Ich schicke 20 Jungfrauen nach Hannover, wenn die die Düsseldorfer schlagen!", verkündete Augsburgs Präsident Walther Seinsch, der für dieses unmoralische Angebot nur Kopfschütteln erntete. "Da erübrigt sich jeder Kommentar", sagte Fortuna-Boss Peter Frymuth. Letzterer möchte ebenso wenig noch einmal in die Relegation wie Coach Meier, der seine Elf in einem Kurztrainingslager auf das Endspiel vorbereitet. Am Ende der letzten Saison hatte sich die Fortuna dabei gegen Hertha BSC durchgesetzt.

Trend spricht für Augsburg

Wenn Hoffenheim in Dortmund nicht gewinnt, vermeidet Düsseldorf auf jeden Fall den direkten Abstieg. Der Trend spricht allerdings gegen das Team: vier Niederlagen nacheinander, elf Spiele ohne Sieg, die schlechteste Rückrundenmannschaft - und die wenigsten Auswärtspunkte (9).

Augsburg, das in der Rückrunde bislang so viele Punkte (21) sammelte wie Fortuna in der Hinrunde, geht optimistisch in das Spiel gegen Fürth. "Es hat sich jetzt zugespitzt - und wir freuen uns darauf. Ich schlafe gut. Wir haben immer gefightet und alles gegeben und werden auch am Samstag da sein", sagte Trainer Markus Weinzierl voller Zuversicht: "Wir wissen, dass wir etwas Großartiges erreichen können. Es hat noch keiner mit neun Punkten an Weihnachten die Klasse erhalten - wir wollen die Ersten sein." 

Klopp: Bitte fair bleiben

Hoffenheim-Trainer Markus Gisdol flüchtete sich vor der Aufgabe beim BVB in Galgenhumor: "Ein Wunderheiler wurde noch nicht bestellt." Auf eine B-Elf Dortmunds brauchen die Hoffenheimer nicht zu hoffen. BVB-Coach Jürgen Klopp legt großen Wert darauf, dass seine Mannschaft vor dem Champions-League-Finale am 25. Mai in London im Rhythmus bleibt. "Es steht außer Frage, dass wir das Spiel gewinnen wollen", betonte Dortmunds Trainer. Er appellierte deshalb an den Tabellen-17., nicht "mit übergroßer Härte Probleme zu regeln, die man sich über ein ganzes Jahr lang eingebrockt hat".

Das Verhältnis zwischen 1899 und dem BVB ist nicht das beste, viele Geschichten haben dazu beigetragen. Unter anderem die Akustik-Attacke im August 2011, als die Hoffenheimer die Dortmunder-Fans mit hochfrequenten Lautsprechern beschallten. Bekannt ist auch die andauernde Kritik von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Hoffenheimer Modell. Dass Dietmar Hopp bei dem Dorfverein kein offizielles Amt ausübe, aber als Finanzier großen Einfluss auf die Vereinspolitik nehme, war dem BVB-Boss ein Dorn im Auge.

Fuchs könnte in Stammformation aufrücken

In einer ganz anderen Tabellenregion versucht Schalke (52 Punkte), den vierten und letzten Champions-League-Qualifikations-Platz zu fixieren. Im direkten Duell beim Fünften SC Freiburg (51) könnte auch ein Punkt eventuell zu wenig sein, wenn der Sechste Eintracht Frankfurt (50) sein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg klar gewinnt. Christian Fuchs könnte wie zuletzt für den angeschlagen gewesenen Sead Kolasinac in der Startformation der Gäste stehen. 

In Bremen schwirren die Namen

In Bremen kocht nach der Trennung von Langzeittrainer Thomas Schaaf derweil die Gerüchteküche fast über. Unter den vielen möglichen Nachfolgekandidaten sollen auch Ralph Hasenhüttl (VfR Aalen) und Peter Stöger sein. Klaus-Dieter Fischer (72), Präsident und Geschäftsführer der Werderaner wollte sich diesbezüglich nicht festlegen, betonte jedoch, "sicherlich keinen Novizen" verpflichten zu wollen. "Ich schließe nur aus, dass wir einen Trainer aus der alten Garde holen, die immer aufgerufen wird, wenn irgendwo ein Posten frei geworden ist", sagte Fischer.

Torsten Lieberknecht von Bundesliga-Aufsteiger Braunschweig, der ebenfalls heiß gehandelt worden war, legte sich indessen fest: Er wolle bei der Eintracht bleiben. (rob/sid/APA - 17.5. 2013)

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    Nicht die besten Aussichten für 1899 Hoffenheim und seinen Trainer Markus Gisdol.

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