Haushalte verbrauchen weniger Strom

17. Mai 2013, 14:14
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Der Stromverbrauch sank 2012 im Vergleich zu 2008 um 5,2 Prozent, Haushaltsgroßgeräte bleiben die bedeutendsten Stromverbraucher

Wien - Der Stromverbrauch in Österreichs Haushalten sinkt: Ein durchschnittlicher Haushalt verbrauchte im Vorjahr 4.187 Kilowattstunden (kWh) Strom, um 5,2 Prozent weniger als im Jahr 2008 mit 4.417 kWh, geht aus einer Studie der Statistik Austria im Auftrag des Umweltministeriums und der Energie-Regulierungsbehörde E-Control hervor.

Die größten Stromverbraucher waren auch im vergangenen Jahr Haushaltsgroßgeräte mit 22,4 Prozent. Dahinter folgten Warmwasser mit 12,6 Prozent und Heizung mit 11,9 Prozent (jeweils ohne Umwälzpumpen) sowie Kühl- und Gefriergeräte (11,5 Prozent), Beleuchtung (10,7 Prozent) und Unterhaltungselektronik (7,6 Prozent).

Der Anteil der privaten Haushalte am gesamten Stromverbrauch lag im vorvergangenen Jahr 2011 bei 27,7 Prozent. Die Stromrechnung machte im Jahr 2011 (aktuellste verfügbare Abrechnungsperiode der Haushalte) durchschnittlich 577 Euro (ohne Mehrwertsteuer) aus, um 21 Euro weniger als im Jahr 2008, so die Statistik Austria in ihrer Pressemitteilung zum aktuellen "Strom- und Gastagebuch".

Kühlschrank, TV, Waschmaschine

Mindestens einen Kühlschrank gab es demnach 2012 in allen Haushalten, davon 32 Prozent in der Energieeffizienzklasse A (2008 erst 25 Prozent). Einen Fernseher und eine Waschmaschine hatten 93 Prozent der Haushalte. 2008 besaßen nur 4 Prozent keinen Fernseher (2012: 7 Prozent). Der Anteil der Bildröhrenfernseher sank um 40 Prozentpunkte, während der Anteil jener, die einen LCD/LED-Fernseher besitzen, von 19 Prozent im Jahr 2008 auf 58 Prozent im Jahr 2012 stieg. Die Anzahl der Haushalte mit einem PC oder Laptop stieg um 20 Prozentpunkte auf 82 Prozent.

Bei der Beleuchtung entfielen 43 Prozent auf Glühbirnen, 25 Prozent auf Niedervolt-Halogenlampen, 16 Prozent auf Energiesparlampen und 10 Prozent auf LED-Lampen. 2008 hatten die Glühbirnen noch einen Anteil von 51 Prozent und Energiesparlampen von 7 Prozent.

Durchschnittlich weniger Strom als 2008 verbrauchten im Vorjahr Kühl- und Gefriergeräte, die Warmwasserbereitung und Heizung.

Weniger Stand-By

Rückläufig war auch der Stand-by-Verbrauch. Der Anteil am gesamten Stromverbrauch lag im Vorjahr bei 3,2 Prozent. Am höchsten war der Stand-by-Verbrauch im Bereich Unterhaltungselektronik mit 93 kWh, das ist ein Anteil von 2,2 Prozent am Gesamtstromverbrauch bzw. 52 Prozent des Aktivverbrauchs von 178 kWh.

Mehr Strom verbraucht wurde im Bereich Haushaltsgroßgeräte mit 938 kWh (2008: 767 kWh), dazu zählen Herd/Backrohr, Geschirrspüler, Waschmaschine und Wäschetrockner und bei der Beleuchtung mit 446 (420) kWh.

"Die Studienergebnisse helfen dabei, an den richtigen Stellen hohe Strom- und Gaspreise einzusparen und mehr Lebensqualität und Klimaschutz zu erreichen", betonte Umweltminister Niki Berlakovich in einer Pressemitteilung.

Die größten Einsparpotenziale gebe es nach wie vor bei den größten Energieverbrauchern im Haushalt: Heizung, Warmwasserbereitung, Haushaltsgroßgeräte, Kühl- und Gefriergeräte und auch bei der Beleuchtung, heißt es in der Pressemitteilung des Umweltministeriums weiter. Die Studie zeige auch, dass die Haushalte auf moderne Geräte umstellten. Die Zahlen zeigten zum Beispiel eine eindeutige Bewusstseinssteigerung bei der Energieeffizienz der Kühlschränke, es gebe aber auch weiterhin großes Verbesserungspotenzial. Das gleiche gelte auch für Waschmaschinen, wo Konsumenten speziell bei der Auswahl der Dimension sparsamer werden könnten.

Erfolge weise die Studie auch bei der teilsolaren Warmwasserbereitung in den Haushalten mit einer Nutzung von 13 Prozent aus.

36 Prozent der Haushalte hätten angegeben, einen Gasanschluss zu nutzen, wobei der Gasverbrauch zwischen 2008 und 2012 relativ konstant geblieben sei. Der Gasanteil am Energetischen Endverbrauch lag 2011 laut Statistik Austria bei 27,1 Prozent. Der durchschnittliche Haushaltsverbrauch hängt mit der Witterung zusammen, 2011 lag er laut E-Control bei 14.163 kWh.

In der Winterperiode 2012 lag laut Statistik Austria der Stromverbrauch an einem durchschnittlichen Tag mit rund 14 kWh um 30 Prozent höher als im Sommer. (APA, 17.5.2013)

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