Die Gagenstatistik und ihre Ausreißer

17. Mai 2013, 17:09
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Die Arbeiterkammer will Spitzengagen beschränken, das Wirtschaftsforum rückt das Bild "astronomischer Gagen" zurecht

Bei den Banker-Gagen hat die EU per 2014 ein heftig umstrittenes Signal gesetzt: Generell dürfen Boni dann nicht mehr höher sein als das Fixgehalt. Wenn die Aktionäre zustimmen, kann die variable Vergütung doppelt so hoch sein wie das Gehalt. Ein Viertel der Gratifikation kann mit mehreren Jahren Verzögerung in Form von Wertpapieren ausgezahlt werden. Ob die Grundgehälter als Abwehr gegen diese Limitierung - wie Kritiker befürchten - steigen, wird sich zeigen. Mittlerweile wird auch schon über Deckelung der Einkommen in der Fondsbranche diskutiert.

Eine Erhebung wider generelle Verunglimpfung von Topmanagern als gierige Abkassierer hat am Dienstag das heimische Wirtschaftsforum (Wdf) der Führungskräfte vorgelegt. Demnach stagnierte das Einkommen von Spitzenmanagern in Österreich 2012 bei durchschnittlich 192.500 Euro. Führungskräfte der zweiten Ebene konnten sich über ein Plus am Gehaltszettel von drei Prozent auf 119.000 Euro freuen, bei Führungskräften der dritten Ebene gab es einen Zuwachs von fünf Prozent auf 87.000 Euro, geht aus dieser Umfrage unter 526 Managern hervor.

49-Fache eines Durchschnittsgehalts

Damit hätten Spitzenmanager heuer real an Einkommen verloren, dazu komme die Solidarabgabe als zusätzliche Steuerbelastung. Manager der zweiten und dritten Ebene hätten zwar ein leichtes reales Einkommensplus, das werde aber durch die kalte Progression wieder aufgefressen. Diese Einkommensverluste der Führungskräfte könnten auf längere Sicht die Position Österreichs als Wirtschaftsstandort beschädigen "und ein negatives Signal an diejenige Personengruppe darstellen, welche hauptverantwortlich für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes ist", befürchtet der Vorsitzende des WdF, Karl Javurek.

Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske (AK) hat eine andere Perspektive und zielt auf die "Ausreißer" mit Forderung nach Beschränkung: Gar das 49-Fache eines österreichischen Durchschnittsgehalts verdienten im Vorjahr die Vorstände der im ATX gelisteten Unternehmen laut AK-Studie. Spitzenverdiener war Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner mit 5,38 Mio. Euro, gefolgt von Raiffeisen-Bank-International-Boss Herbert Stepic - er hätte ursprünglich mehr als 5,7 Millionen Euro verdient, zahlte aber zwei Millionen an die Bank zurück - und Voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder mit 2,9 Mio. (kbau, DER STANDARD, 18./19./20.5.2013)

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    Von Abermillionen-Gagen in den USA entfernt, dennoch Stein des Anstoßes auch hierzulande.

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