Webportal "Jewish History Baden" gestartet

17. Mai 2013, 13:34
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Kurstadt bei Wien als einst drittgrößte jüdische Gemeinde in Österreich interaktiv aufbereitet

Der "Verein zur Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Baden" hat die Historie der einst drittgrößten jüdischen Gemeinde Österreichs mit modernen Mitteln aufbereitet: Das dazugehörige Webportal www.jewishhistorybaden.com wurde am Freitag in einer Pressekonferenz vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein multimediales Geschichtsprojekt, das schulbuchartig aufgebaut ist. Unter anderem wird mithilfe von digitalisierten Zeitungsausschnitten, Videos, Audioguides und interaktiven Karten die jüdische Vergangenheit in Baden beleuchtet.

Der Verein, der erst im Juli 2012 gegründet wurde, besteht ausschließlich aus jungen Mitgliedern: Dabei handelt es sich um vier ehemalige Badener Schüler. "Es war uns ein wichtiges Anliegen, die jüdische Geschichte Badens modern und für alle Altersschichten aufzuarbeiten", sagte Lukas Hold, Obmann von Jewish History Baden. "Ich habe in den vergangenen Jahren festgestellt, dass Baden die drittgrößte jüdische Gemeinde Österreichs war, aber es keinerlei Erinnerungen dazu gibt", nannte Hold die Beweggründe für den Beginn dieses Projekts, an dem seit rund einem Jahr intensiv gearbeitet wurde.

"Eine Website bietet die Möglichkeit von überall aus der Welt zugänglich zu sein"

Anfangs sei viel Material aus Zeitungsarchiven gesammelt worden, danach habe man Schritt für Schritt begleitende Videos und Audioguides erstellt, hieß es. Die Erkenntnisse in einem Buch darzustellen, erschien dem Verein nicht als ideale Lösung: "Eine Website bietet die Möglichkeit von überall aus der Welt zugänglich zu sein. Zudem können wir diese laufend aktualisieren", erklärte Thomas Strobl vom Verein, der das Portal gestaltet hat.

Eines der Highlights der Website ist ein vertonter jüdischer Stadtspaziergang durch die Kurstadt, der über das Internet heruntergeladen werden kann. An wichtigen Gebäuden in Baden habe man zuvor Gedenktafeln angebracht, die über einen QR-Code verfügen, hieß es. Wird dieser mit einem Smartphone gescannt, erhalte man detaillierte Informationen über den Standort. In der sogenannten interaktiven Schicksalsdatenbank könnten Nutzer jüdische Schicksale in Baden nachverfolgen, wurde betont. (APA, 17.5. 2013)

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