Murtal: Die Gipfelkuppe mit keltischem Kalender

    17. Mai 2013, 16:55
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    Ein Höhenweg in den Fischbacher Alpen führt von Roseggers bekannter Schule zum Teufelstein mit vielen Unbekannten

    Am Tag der Wintersonnenwende brechen viele Menschen schon zu nachtschlafender Zeit auf, um beim Teufelstein in den Fischbacher Alpen den Sonnenaufgang zu beobachten. Seit einiger Zeit nämlich weiß man, dass eine künstlich behauene Fläche des eigenartig geformten Felsens auf der sanften Gipfelkuppe - angeblich verdankt der Stein dem Teufel sein Dasein -, exakt auf den Punkt hinweist, an dem der Fixstern über den Horizont kommt. Somit ist zumindest ein Geheimnis des mächtigen Steinbrockens enthüllt: Er war für die Kelten ein Kalenderstein.

    Zudem ermittelten hier Heimatforscher merkwürdige Zusammenhänge mit umliegenden Kirchen; und früher fand einmal im Jahr rings um den etwa zehn Meter hohen natürlichen Steinturm ein Fest statt, bei dem es mitunter recht bunt zuging. Ein schweres Unwetter - als Strafe des Teufels? - setzte dem Brauch dann ein Ende. Nicht aber den Spekulationen, die immer noch um den Teufelstein angestellt werden, der angeblich auch - was nicht weiter überrascht - ein Energieplatz sein soll. Über den Teufelstein machte sich schon Peter Rosegger seine Gedanken, und Wissenschafter der Montanistischen Universität haben ihn ernsthaft untersucht.

    Der merkwürdige Gipfelfelsen, der bis in die heutige Zeit fasziniert, stellt zu allen Jahreszeiten ein beliebtes Wanderziel dar, zumal man von ihm und von vielen freien Flächen entlang des Wegs interessante Ausblicke hat, die bis zu den Niederen Tauern, zu Hochschwab, Veitsch, Stuhleck und zum Hochwechsel reichen.

    Die von der berühmten Waldschule in Alpl ausgehende Runde ist zwar relativ lang, weist aber kaum steilere Anstiege auf und eignet sich daher für eine nicht besonders anstrengende Wanderung mit einem historisch-mystischen Hintergrund. Nur gutes Wetter bildet eine Voraussetzung, denn Unterstandsmöglichkeiten gibt es an der Route nicht.

    Auf dem Heuberg stößt man auf Reste eines kunstvoll geschichteten Wegbelags, der vermuten lässt, dass man sich zumindest teilweise auf uralten Verkehrsverbindungen bewegt. Offensichtlich ist es kein Zufall, dass auch mehrere Wallfahrerrouten durch dieses Gebiet führen.

    Die Wanderroute: Von der Waldschule in Alpl, also Roseggers Waldheimat, wandert man auf der Straße zum Lentkreuz und folgt den Markierungen des Mariazeller Weges - hie und da auch mit alten Zeichen ausgewiesen - über den Samerbrunn bis zum Teufelstein. Gehzeit 2½ Stunden. Weiter geht es nach Westen, man steigt zu einer Forststraße ab, hält sich in Richtung Stanglalm und folgt dem rot markierten Zentralalpenweg.

    Nach der Überschreitung des Heubergs erreicht man nach etwa 1½ Stunden ab dem Teufelstein die Abzweigung einer roten Markierung nach rechts, auf die man nun einschwenkt. In weiteren 1½ Stunden gelangt man in einer abwechslungsreichen Höhenwanderung über das Granegg wieder zurück zum ursprünglichen Ausgangspunkt Waldschule in Alpl. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 18.5.2013)

    • Die Runde beginnt in Alpl.
      foto: steiermark tourismus/hans wiesenhofer

      Die Runde beginnt in Alpl.

    • Die berühmte Waldschule in Alpl.
      foto: steiermark tourismus/harry schiffer

      Die berühmte Waldschule in Alpl.

    • Gesamtgehzeit 5½ Stunden, Höhendifferenz rund 650 m. Kein Stützpunkt auf der Runde, Halterhütte beim Samerbrunn nur zeitweise offen. ÖK25V Blatt 4217-Ost (Langenwang), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt WK 021 (Fisch- bacher Alpen, Roseggers Waldheimat), Maßstab 1:50.000.
Infos: Steiermark Tourismus
      grafik: der standard

      Gesamtgehzeit 5½ Stunden, Höhendifferenz rund 650 m. Kein Stützpunkt auf der Runde, Halterhütte beim Samerbrunn nur zeitweise offen. ÖK25V Blatt 4217-Ost (Langenwang), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt WK 021 (Fisch- bacher Alpen, Roseggers Waldheimat), Maßstab 1:50.000.

      Infos: Steiermark Tourismus

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