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Stromnetze - die Zeit drängt

17. Mai 2013, 12:56
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Die Uhr tickt. Der von der EU geforderte und geförderte Ausbau der Erneuerbaren bringt die am Rande der Kapazitätsgrenze befindlichen Netze noch stärker unter Druck. Oesterreichs Energie zeigte in einem Hintergrundgespräch teilweise dramatische Auswirkungen auf.

Obwohl Österreich keine Energiewende braucht, da – anders als in Deutschland – die österreichische E-Wirtschaft bereits seit Jahrzehnten auf einem klar nachhaltigen Kurs unterwegs ist, werden die Auswirkungen der "Wende" nun auch hier immer stärker spürbar; dies vor allem in der Netzstruktur.

"Der immer raschere Zuwachs der volatilen erneuerbaren Energien stellt nicht nur die österreichischen, sondern auch die europäischen Netze täglich vor neue Herausforderungen", betonte deshalb Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, im Rahmen eines Hintergrundgesprächs der Interessensvertretung. Und sie ergänzte: "Die Netze haben heute Aufgaben zu bewältigen, die sich noch vor einigen Jahren niemand hätte vorstellen können."

So beträgt die installierte Leistung bei Wind und Fotovoltaik in Deutschland schon mehr als ein Drittel der gesamten deutschen Kraftwerkskapazität. In Österreich hingegen liegt der Anteil volatiler Energie bei zehn Prozent. Schmidt: "Wir brauchen Netz- und Versorgungssicherheit. Aber um dies sicherstellen zu können, brauchen wir auch ein neues Markt- und Netzdesign."

Die E-Wirtschaft arbeite daher mit Hochdruck an Lösungen, die nicht nur Österreich, sondern auch die Nachbarländer inkludieren.

Experten sind sich einig

Dringenden Handlungsbedarf zur Verstärkung, Verdichtung und für die Einführung smarter Technologien in den österreichischen Stromnetzen sehen auch Spitzenrepräsentanten der heimischen Stromnetzbetreiber. Nicht nur klassische Netzverstärkungen, sondern auch der Einsatz neuer intelligenter Technologien ist erforderlich, um die hohen Leistungen und die stark variierenden Spannungspegel zu beherrschen und den sicheren Netzbetrieb mit der im europäischen Vergleich exzellenten Versorgungssicherheit und -qualität auch weiterhin gewährleisten zu können, waren sich die Experten beim Hintergrundgespräch einig.

Die Energiewende ist ein Zukunftsprojekt von europäischer Bedeutung, welches in der Stromversorgung einen Systemumbau im großen Stil erfordert. "Die EU verlangt Versorgungssicherheit, nachhaltige Erzeugung, und das alles effizient und wirtschaftlich", brachte es Gerhard Christiner, Vorstandsdirektor der Austrian Power Grid AG (APG) auf den Punkt.

Wenn man die Erneuerbaren zu einem Erfolg machen will, dann müsse man, so Christiner, in den Netzaus- und Netzumbau investieren und dabei die erneuerbaren Energien auch einbinden. Denn: "Durch den starken Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien überall in Europa kommt es zu einer Strukturänderung des Stromsystems mit einem regionalen und zeitlichen Auseinanderfallen von Stromeinspeisung und -nachfrage.

Die Erzeugungsschwerpunkte der Erneuerbaren verlagern sich weg von den Verbrauchszentren und müssen "folglich mit neuen und leistungsfähigen Netzen in das Stromversorgungssystem von morgen eingebunden werden".

Kritische Situationen nehmen zu

Die aktuellen Erfahrungen der APG zeigen, dass kritische Netzsituationen und der notwendige Einsatz von Notmaßnahmen zur Stabilisierung des Stromnetzes zunehmen. Christiner: "2009 waren 1800 Netzeingriffe nötig. Bis 2011 stieg diese Zahl bereits auf 2500. Die Herausforderung für alle Beteiligten lautet, eine verbesserte Synchronisierung und Abstimmung aller dafür erforderlichen Maßnahmen zu erreichen." Mit dem Netzentwicklungsplan präsentierte die APG die für den Umbau des österreichischen Stromversorgungssystems erforderlichen Netzausbauprojekte als Grundlage für das Gelingen der Energiewende. 2,5 Mrd. Euro investiert der heimische Übertragungsnetzbetreiber bis 2022 in den Umbau und die Ertüchtigung seines Netzes.

Letzten Endes, so Christiner, gehe es darum, das "Produkt Strom" mit absoluter Top-Qualität zu versehen: "Dazu brauchen wir ein intelligentes Qualitätsmanagement für den Strom, denn wir bekommen sozusagen einen Rohstoff ins Netz, den wir unseren Kunden in entsprechender Qualität, Menge und Sicherheit zu liefern haben." (Harald Hornacek)

Auf twitter finden Sie einen Überblick der letzten Tweets mit dem Hashtag #OeEnergieTF.

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