Freihandelszone EU-USA: Türkei will teilhaben

17. Mai 2013, 11:54
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Laut Regierungsvertretern bat Ministerpräsident Erdogan US-Präsident Obama bereits um Gespräche dazu

Washington/Ankara - Die Türkei will von der geplanten Freihandelszone zwischen den USA und Europa profitieren. Sein Land sollte ganz eindeutig Teil des angestrebten Wirtschaftsraums sein, sagte ein türkischer Regierungsvertreter am Rande eines Treffens von Ministerpräsident Tayyip Erdogan und US-Präsident Barack Obama. Erdogan habe Obama bereits im Jänner um Gespräche über ein Freihandelsabkommen gebeten.

Die USA und die EU werden voraussichtlich im Juli ihre Handelsgespräche aufnehmen und streben innerhalb von ein bis zwei Jahren ein Abkommen an. Die Freihandelszone würde die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung und ein Drittel des globalen Handels abdecken. Die Türkei könnte sich einem Diplomaten zufolge etwa durch ein separates Abkommen mit den USA oder durch die - eher unwahrscheinliche - Beteiligung an den Verhandlungen die Vorteile eines freien Handels sichern.

Zollabkommen mit EU

Die Türkei hat mit der EU ein Zollabkommen vereinbart, das die Türkei zur Öffnung ihrer Märkte für Produkte aus Drittländern verpflichtet, die Verträge mit der EU abgeschlossen haben. Das gilt jedoch nicht für Ausfuhren aus der Türkei. Dadurch fühle sich sein Land benachteiligt, sagte der türkische Regierungsvertreter.

Die Türkei befürchtet, durch eine Nichtbeteiligung ihr Ziel zu verfehlen, im kommenden Jahrzehnt unter die zehn führenden Wirtschaftsmächte aufzurücken. Nach dem Treffen mit Erdogan teilte Obama mit, die Türkei und die USA hätten eine gemeinsame Kommission zur Förderung von Handel und Investitionen eingesetzt. Die USA wollten ihre wirtschaftlichen Beziehungen zur Türkei ebenso wie die zur Europäischen Union ausbauen. (APA, 17.5.2013)

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