Presserat: "Symbolfoto" verletzte Ehrenkodex

17. Mai 2013, 10:58
16 Postings

Artikel der Tageszeitung "Österreich" Anlass für das selbstständige Verfahren

Wien - Einen medienethischen Verstoß sieht der österreichische Presserat bei der Verwendung von "Symbolfotos" für Berichte über konkrete Personen. Anlass war ein Artikel in der Tageszeitung "Österreich" über eine kenianische Frau, die in einer Wiener U-Bahn-Station von einem Mann auf die Gleise gestoßen und dabei verletzt worden war. Durch den Einsatz eines verpixelten Agenturfotos wurde den Lesern Authentizität vorgetäuscht, wie der Presserat am Freitag in einer Aussendung kritisierte.

Zwar wurde das Bild als Symbolfoto ausgewiesen, allerdings sei dieser Hinweis sehr klein ausgefallen, wodurch "über die wirklichen Umstände nicht ausreichend aufgeklärt" wurde. Damit werde im konkreten Fall, bei dem es um "das Opfer einer kriminellen Handlung" ging, die Verwendung eines Agenturbildes "der Individualität des Menschen nicht gerecht", was der Senat 2 des Presserates als "medienethisch bedenklich" einstufte.

Das selbstständige Verfahren wurde aufgrund einer Lesermitteilung aufgenommen. An der Möglichkeit, daran teilzunehmen, hat der Medieninhaber von "Österreich", der sich bisher nicht der Schiedsgerichtsbarkeit des Rates unterworfen hat, nicht Gebrauch gemacht. (APA, 17.5.2013)

Share if you care.