Weniger als die Hälfte ist mit dem Gehalt zufrieden

21. Mai 2013, 11:11
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Rund 20 Prozent der Befragten hoffen für 2013 auf ein Lohnplus von fünf Prozent und mehr - Kritik an Intransparenz von Boni

Das Beschäftigungshoch in Deutschland wirkt sich nicht unbedingt auf die Gehaltszufriedenheit aus. Nur 48 Prozent der Mitarbeiter sind mit ihrem Einkommen glücklich. Dementsprechend hoch sind Erwartungen in Bezug auf ein Gehaltsplus am Konto. Erhebliche Unterschiede gibt es zwischen den Berufsgruppen. Während etwa 60 Prozent der Beamten keinen Grund zur Klage sehen, sind es unter den Angestellten nur 46,9 Prozent. Das sind zentrale Ergebnisse des vom "Manager Magazin" in Kooperation mit Xing veröffentlichten Gehaltreports. An der Onlinebefragung nahmen 118.000 Berufstätige teil.

Hoffen auf mehr Gehalt

Um die Schere zwischen den Erwartungen und der Realität am Gehaltszettel etwas zu schließen, erwarten sich 19 Prozent der Befragten für 2013 eine Lohnsteigerung von fünf Prozent und mehr. Unter den leitenden Angestellten liegt der Anteil sogar bei fast 21 Prozent. Prognosen über Vergütungen gehen allerdings von Steigerungen von unter vier Prozent aus, wie das "Manager Magazin" in einer Presseaussendung mitteilte.

Das Jahresgehalt leitender Angestellter beträgt in Deutschland 77.500 Euro, Angestellte kommen auf 57.500 Euro. Selbstständige können im Schnitt mit 77.500 Euro pro Jahr rechnen, Beamte gehen mit 47.500 Euro nach Hause.

Kritik an Boni

In der Kritik steht bei den Befragten das System der variablen Gehaltssprünge, vor allem die Intransparenz von Bonuszahlungen. Gerade einmal gut sechs Prozent der befragten leitenden Angestellten halten die Vergütungskriterien in ihrem Unternehmen für "nachvollziehbar und fair" – und nur 6,7 Prozent die Gehälterstruktur ihrer Firma für "transparent".

Ungleich verteilt und unfair ist auch das Gehaltsgefälle zwischen Männern und Frauen, so ein Ergebnis des Gehaltsreports. Männliche Führungskräfte in Vollzeit verdienen 82.500 Euro – ihre Kolleginnen mit gleichem Zeitaufwand jedoch 20.000 Euro weniger. 

Österreich: Spitzengehälter stagnieren

In Österreich erhielten Spitzenmanager im Jahr 2012 rund 192.500 Euro. Eine Stagnation am Gehaltszettel. Im Gegensatz zu Führungskräften der zweiten Ebene, die konnten sich über ein Plus von drei Prozent auf 119.000 Euro freuen, bei Führungskräften der dritten Ebene gab es einen Zuwachs von fünf Prozent auf 87.000 Euro. Das sind Zahlen, die das Wirtschaftsforum der Führungskräfte kürzlich veröffentlichte. (red, derStandard.at, 21.5.2013)

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    Zwischen Arbeitsbelastung und Einkommen herrscht keine Balance, meinen viele Beschäftigte.

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