UNO-Soldaten auf dem Golan kurzzeitig entführt

17. Mai 2013, 05:29
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Die drei Männer kehrten sicher wieder auf ihren Beobachtungsposten zurück

New York/Damaskus - Auf den Golanhöhen sind am Mittwoch drei UNO-Soldaten vorübergehend von bewaffneten Männern entführt worden. Wie die Vereinten Nationen am Donnerstagabend mitteilten, wurden die Blauhelme aber schon nach fünf Stunden wieder freigelassen. Zu ihrer Nationalität gab es keine Angaben. Es habe sich aber nicht um Angehörige der eigentlichen Golan-Mission UNDOF gehandelt, in deren Rahmen rund 380 Bundesheer-Soldaten ihren Dienst versehen. Unter den drei entführten Blauhelmen befand sich kein Österreicher.

Anders als bei UNDOF habe das Bundesheer keinen direkten Kontakt zu den österreichischen UNTSO-Mitgliedern. Die Blauhelmtruppe werde nämlich direkt von der UNO-Zentrale in New York aus verwaltet.

Sicher zu Beobachtungsposten zurückgekehrt

Der Leiter der UNO-Friedenseinsätze, Herve Ladsous, berichtete, dass die drei Mitglieder der Beobachtungsmission in der Früh entführt worden seien. "Sie kehrten sicher wieder zum Beobachtungsposten 52 zurück, wo sie vom Leiter der Mission empfangen wurden", sagte Ladsous in New York. Nach Angaben neuseeländischer Medien soll es sich bei einem der drei UN-Soldaten um einen Neuseeländer handeln.

Der Zwischenfall ereignete sich nur drei Tage nach der Freilassung von vier auf dem Golan verschleppten Blauhelmen aus den Philippinen. Die philippinische Regierung hatte wegen des Vorfalls den Abzug ihrer Soldaten bekanntgegeben. Österreich hält dagegen am Golan-Einsatz fest.

Überwachung der Waffenstillstandslinie

Insgesamt zählt die UNO-Truppe am Golan noch 1.000 Soldaten. Die Angehörigen der UNDOF-Mission überwachen seit dem Jahr 1974 die Waffenstillstandslinie zwischen Syrien und Israel, wobei Österreich von Anfang an ein bedeutender Truppensteller war. Die UNDOF wird bei ihrer Tätigkeit auch von Angehörigen der UNTSO unterstützt, die seit der Staatsgründung Israels 1948 als älteste Blauhelmmission die Waffenstillstandslinien im Nahen Osten überwacht.

UNO-Angaben zufolge gehören der UNTSO 153 Militärbeobachter aus 25 Staaten an, darunter fünf Österreicher. Traurige Bekanntheit erlangte die UNTSO durch den israelischen Beschuss des Beobachtungspostens Khiyam im Südlibanon, bei dem im Sommer 2006 auch der Bundesheer-Major Hans-Peter Lang ums Leben kam. (APA, 17.5.2013)

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