Statt wie ein Superheld fühlt sich Astronaut Hadfield nun wie eine Laborratte

16. Mai 2013, 20:12
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Kanadas Raumfahrer und Twitter-Star kämpft mit den Folgen der Schwerelosigkeit

Montreal  - Der fünf Monate lange Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS ist nicht spurlos am ehemaligen Kommandanten der Station, Chris Hadfield, vorüber gegangen. Zwei Tage nach seiner Rückkehr aus dem All berichtet der kanadische Raumfahrer am Donnerstag von verhärteten Blutgefäßen, Schmerzen im Rücken, unkoordinierten Bewegungen und Abbau von Knochensubstanz. Alles in allem fühle er sich wie ein alter Mann: "Wissenschafter beobachten jetzt, wie der Körper damit zurechtkommt. Ich bin eine Laborratte."

Direkt nach der Landung mit einer Sojuskapsel in der kasachischen Steppe habe er das Gewicht seiner Lippen und seiner Zunge gefühlt, berichtete Hadfield. In der Schwerelosigkeit habe er sich ohne es zu merken daran gewöhnt, "mit einer Zunge zu sprechen, die nichts wiegt". Von der Schwerelosigkeit schwärmte der Astronaut: Damit habe er sich gefühlt "wie ein Superheld".

Über eine Million Follower auf Twitter

Hadfield war während seiner Mission im All zu einem Star auf Twitter geworden, dort folgen ihm inzwischen knapp eine Million Menschen. Über den Onlinedienst hatte der Kanadier im Laufe seines ISS-Aufenthalts auch spektakuläre Fotos und Videos veröffentlicht und Einblicke in den Alltag der Raumfahrer gegeben. Er fertigte 88 Videos an, die insgesamt 23 Millionen mal angeklickt wurden, wie die kanadische Raumfahrtbehörde auf ihrer Website erklärte. Noch nie zuvor hatte ein Raumfahrer die sozialen Internetnetzwerke so intensiv genutzt. Verabschiedet hat sich Hadfield stilecht mit seiner persönlichen Version von David Bowies "Space Oddity". (APA/red, derStandard.at, 16.05.2013)

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