Schwedin äußerte sich zu Vorwürfen gegen Assange

16. Mai 2013, 14:48
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Offenbar erstmals öffentliche Stellungnahme zu dem Fall - In einem Blog bezeichnete sie sich als "Opfer eines Angriffs" vor drei Jahren

Stockholm/London/Quito - Eine der beiden schwedischen Frauen, die den WikiLeaks-Gründer Julian Assange wegen Sexualdelikten beschuldigen, hat sich offenbar erstmals öffentlich zu dem Fall geäußert. In einem Blog bezeichnete sie sich als "Opfer eines Angriffs" vor drei Jahren, wie die schwedische Presse am Donnerstag berichtete. Freunde des Angreifers und andere Menschen mit Hintergedanken hätten schon bald beschlossen, sie als Lügnerin und den Täter als unschuldig anzusehen.

Sie habe Drohungen erhalten und sei deswegen einige Monate lang in den Untergrund gegangen, schrieb die Frau weiter. Doch nach einer Weile hätten sich auch Menschen für sie eingesetzt. Der Eintrag in dem Blog stammt von Mitte April, wurde in den schwedischen Medien aber erst am Donnerstag publik gemacht. Der Name Assange taucht nicht darin auf, ergibt sich aber aus dem Zusammenhang. Die beiden Frauen werfen dem Australier Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe vor.

Assange bezeichnet Vorwürfe als Teil einer Kampagne

Assange weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als Teil einer Kampagne gegen WikiLeaks, der von ihm mitgegründeten Enthüllungsplattform im Internet. Er habe mit den beiden Frauen 2010 in Schweden einvernehmlichen Sex gehabt - "ohne Gewalt und ohne jegliche Drohung", hatte er erklärt. Der 41-Jährige hält sich seit Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Er fürchtet, letztlich in die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein Prozess droht.

Die Internet-Plattform WikiLeaks hat Hunderttausende vertrauliche US-Diplomatendepeschen und brisante Dokumente zu den Kriegen im Irak und Afghanistan veröffentlicht und dadurch den Zorn Washingtons und der NATO auf sich gezogen. Der junge US-Soldat Bradley Manning, der Dokumente an WikiLeaks weitergab, muss sich derzeit vor einem US-Militärgericht verantworten. (APA, 16.5.2013)

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