Papst für ethische Reform des Finanzsystems

16. Mai 2013, 13:10
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Vatikanstadt - Papst Franziskus hat für eine Reform des Finanzsystems im ethischen Sinne als Ausweg aus der aktuellen Krise plädiert. Es sei nicht annehmbar, dass der Mensch lediglich als Verbraucher bewertet werde. "Geld muss dem Menschen dienen und nicht regieren", sagte der Papst am Donnerstag in einer Ansprache vor Botschaftern, die im Vatikan ihre Beglaubigungsschreiben eingereicht haben.

In der aktuellen Wirtschaftskrise wachse das Einkommen einer Minderheit immer mehr, während die Mehrheit der Menschen immer ärmer werden. Zu viele Menschen würden in einer täglichen Unsicherheit mit verheerenden Folgen leben. "Angst und Verzweiflung ergreifen die Herzen vieler Menschen auch in sogenannten reichen Ländern. Die Lebensfreude gibt nach, die Armut wird offenkundiger", so der Pontifex.

Die soziale Unausgewogenheit sei das Resultat einer Ideologie, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidige. Dabei werde das Kontrollrecht der Staaten negiert, die für das kollektive Wohl sorgen sollten.

Korruption und Steuerhinterziehung hätten ein globales Ausmaß erreicht. Franziskus forderte eine "mutige Verhaltensänderung" seitens der Politiker. Wichtig sei eine Rückkehr zur Ethik zugunsten des Menschen in der finanziellen und wirtschaftlichen Realität, betonte der Heilige Vater. (APA, 16.5.2013)

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