Kritische Postings von Mitarbeitern löschen: Ein absolutes No-Go

16. Mai 2013, 14:15
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Zuerst muss die Kommunikation nach innen passen, damit man als Unternehmen erfolgreich nach außen treten kann, sagt HR-Director Marion Maurer

Wenn Mitarbeiter zufrieden sind und im besten Fall auch stolz auf das Unternehmen, in dem sie arbeiten, sei das die beste Voraussetzung dafür, dass auch die Kommunikation nach außen gut klappt. "Social Media und HR gehören aber in eine gescheite Strategie eingebettet", sagte Marion Maurer, HR-Director bei McDonald's Österreich, in ihrem Vortrag zum Thema "Social Media & HR" im Rahmen des HR-Circles. Wenn man beginne, Social Media im HR-Bereich aus dem Boden zu stampfen, und dahinter keine gesamtheitliche Strategie hat, dann werde man nicht erfolgreich sein.

Absolute Authentizität

Daher habe man in ihrem Unternehmen zwei Säulen entwickelt, zum einen die Arbeit nach innen, zum anderen die Kommunikation nach außen. "Wenn diese Qualität nach innen gegenüber dem eigenen Mitarbeiter nicht passt, dann kann man auch nicht hinausgehen", ist Maurer überzeugt. Um diese "Arbeit nach innen" zu stärken, wurde unter anderem die Plattform "Mein McCampus", eine "Benefit-Plattform" für Mitarbeiter, gestartet. Sie soll, ähnlich wie ein Intranet, jedoch zielgruppenorientiert, die Kommunikation und Interaktion zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern stärken. Auch über Smartphones erreichbar, gebe es dort immer wieder neue Angebote für Mitarbeiter, es werden Umfragen gemacht, und in Kürze sollen auch die Dienstpläne dort abrufbar sein.

Mit der "McMoments"-Werbekampagne, die 2011 startete, habe man die Mitarbeiterbindung via neue Medien sehr stärken können. Noch vor fünf Jahren hatte McDonald's ein Problem im Recruiting, mittlerweile seien die Bewerbungszahlen stark gestiegen (seit 2009 um 150 Prozent). "Wir haben immer mit eigenen Mitarbeitern gearbeitet und in der Werbung nie mit Schauspielern oder Testimonials gearbeitet", so Maurer. Auf diese Weise liefere man absolute Authentizität, dadurch könnten sich die Mitarbeiter viel mehr mit dem Unternehmen identifizieren. Und genau das würden sie dann auch nach außen tragen.

Eigendynamik auf Facebook

"Wir hatten eine Situation auf unserer Arbeitgeber-Facebook-Seite, da hat ein sich ein Gast sehr kritisch zum Einkommen der Mitarbeiter geäußert, was ja auch eine berechtigte Frage ist. Wir konnten gar nicht so schnell schauen, da haben Mitarbeiter von uns schon auf diese Meldung reagiert, und wir brauchten gar nichts zu tun." Quasi von selbst, also von den auf Facebook aktiven Arbeitnehmern von McDonald's, wurde verteidigt, dass man im Unternehmen eben mit niedrigem Gehalt beginne, man aber gute Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten habe. Eigendynamik sei Dank.

"Natürlich haben wir auch einen Content-Check", fügt Maurer hinzu. Jedoch müsse man sehr vorsichtig damit umgehen, wenn ein Mitarbeiter selbst eine kritische Meldung poste, diese dürfe man auf keinen Fall löschen. "Das ist ein absolutes No-Go. Da verliert man jede Art von Glaubwürdigkeit." Das Posting müsse kommentiert und damit entschärft werden. (jak, derStandard.at, 16.5.2013)

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Der nächste HR-Circle findet am 13. Juni um 19 Uhr statt

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