Rekord-Gesamterlös bei Christie's am Mittwoch

16. Mai 2013, 12:39
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Versteigerung von Nachkriegskunst: Top-Erlöse für Werke von Jackson Pollock, Roy Lichtenstein und Jean-Michel Basquiat

New York - Noch nie ist bei einer Versteigerung von Kunstwerken so viel Geld zusammengekommen wie bei der Christie's-Frühjahrsauktion am Mittwoch. Mit der "Contemporary & Post War"-Versteigerung wurde ein Gesamterlös von 495 Millionen Dollar (rund 386 Mio. Euro) erzielt, wobei neue Rekorde für Gemälde von Jackson Pollock, Roy Lichtenstein und Jean-Michel Basquiat aufgestellt wurden. Nur vier von 70 angebotenen Werken fanden keinen Abnehmer. "Wir treten in eine neue Ära des Kunstmarkts ein", sagte der Präsident von Christie's Europa, Jussi Pylkkanen, der als Auktionator fungierte: "Noch nie hat es einen globalen Wettbewerb dieses Ausmaßes gegeben".

Pollock-Gemälde übertraf Schätzwert fast um das Doppelte

Am teuersten war das Bild "Nummer 19" des US-Künstlers Jackson Pollock, das nach einem spannenden Wettbieten für 58,4 Millionen Dollar an einen unbekannten Käufer ging. Damit wurde der Schätzwert fast um das Doppelte übertroffen. Es handelt sich aber nicht um das teuerste Pollock-Bild. Vor sieben Jahren wurde nämlich das Gemälde "No. 5" abseits der Versteigerungsbühnen für kolportierte 140 Millionen Dollar verkauft.

Das Bild "Woman with Flowered Hat" von Roy Lichtenstein wechselte bei der Auktion für 56,1 Millionen Dollar den Besitzer. Damit wurde der erst vor einem Jahr in London aufgestellte Auktionsrekord für den Pop-Art-Künstler (45 Millionen Dollar) deutlich übertroffen. Lichtensteins Bild ist genau 50 Jahre alt und etwa 1,30 Meter hoch. Es ist in poppigen Comicfarben gehalten, aber abstrakter als die meisten seiner Gemälde, da ein Picasso-Zitat.

Ebenfalls einen Rekordpreis erzielte das Gemälde Bild "Dustheads" von Jean-Michel Basquiat mit 48,8 Millionen Dollar Geschätzt war es auf etwa 30 Millionen. Der 1988 verstorbene Basquiat war der erste schwarze Künstler, der es in der weißen US-Kunstwelt nach oben schaffte. "Dustheads" ist ein farbenfrohes Bild mit vielen afrikanischen Einflüssen. Das gewaltige Bild, fast zwei Meter hoch, entstand 1982 und zeigt zwei Männer, mit vielen Farben verfremdet, auf dunklem Untergrund.

Rekordpreise auch bei  Sotheby's

Rekordpreise wurden auch bei der Frühjahrsauktion von Sotheby's am Dienstag in New York erzielt. Das Bild "Domplatz, Mailand" von Gerhard Richter ist für 37,1 Millionen Dollar (knapp 29 Millionen Euro) versteigert worden. Nach Angaben von Sotheby's war das ein Bestwert für den Deutschen. Die Summe lag am oberen Ende des Schätzpreises. Es war trotzdem nur das zweitteuerste Bild der Frühjahrsauktion von Sotheby's für zeitgenössische Kunst.

Mehrere Auktionsrekorde fielen: Das teuerste Bild war vom 1970 verstorbenen US-Künstler Barnett Newman. Sein "Onement VI" von 1953 ging letztlich für mehr als 43,8 Millionen an einen  Telefonbieter. Es zeigt, 2,60 Meter hoch und mehr als drei Meter breit, zwei blaue Flächen. Richters "Domplatz, Mailand" ist von 1968 und fast drei Meter hoch. Es zeigt den Vorplatz der Kathedrale von Mailand und wirkt wie ein unscharfes Schwarz-Weiß-Foto - eine von Richter gern genutzte Technik für seine fotorealistischen Arbeiten.

Anfangs wurde fast jedes Werk über dem Schätzpreis verkauft, zum Teil zum Fünffachen. "Lydian" von John Currin, ein fast noch feuchtes, wenige Wochen altes Bild war auf 600.000 Dollar geschätzt worden, brachte aber fast drei Millionen.  Elf der 64 Werke blieben aber liegen. (APA/Reuters, 16.5.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bietgefechte auch um Roy Lichtensteins Kubismus-Hommage.

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