Diskriminierung in "Heute": Gehörlosenbund wendet sich an Presserat

16. Mai 2013, 12:04
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Jarmer wehrt sich gegen die Bezeichnung "stumm" - "Heute" liefere Musterbeispiel für "Diskriminierung einer Personengruppe"

Wien - Der Österreichische Gehörlosenbund (ÖGLB) hat sich beim Presserat über die Gratiszeitung "Heute" beschwert. Anlass waren Berichte, in denen eine gehörlose Frau als "stumm" beziehungsweise "taubstumm" bezeichnet wurde. Der Artikel vom 14. Mai sei "ein Negativbeispiel für Berichterstattung über gehörlose Menschen und nicht der erste dieser Art", so ÖGLB-Präsidentin Helene Jarmer am Donnerstag in einer Aussendung.

"Gehörlose Menschen sprechen eine vollwertige, visuell-gestische Sprache und sind nicht stumm", so Jarmer. "Diskriminierende Begriffe wie taubstumm sollte man 2013 nicht mehr in der Zeitung lesen müssen", sagt die ÖGLB-Präsidentin und Nationalratsabgeordnete der Grünen.

Noch schlimmer empfindet der Gehörlosenbund aber die in der inkriminierten Geschichte unterstellte Kuriosität: "Eine stumme (sic!) Frau wird wegen übler Nachrede verurteilt." Diese Darstellung folge einer Tradition, Menschen mit Behinderung als Kuriositäten darzustellen und sei ein Musterbeispiel für die Diskriminierung einer Personengruppe. (APA, 16.5.2013)

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