Brustaufbau nach Mastektomie: "Gute Versorgung in Österreich"

16. Mai 2013, 12:44
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Sowohl mit einem provisorischen Gewebeexpander oder direktem Einsetzen einer Silikonprothese erfolgen. Mit beiden Verfahren gebe es in Österreich gute Erfahrungen, so Experte Rupert Koller

"Keine Frau muss nach einer prophylaktischen Brustentfernung Angst haben, ohne das Symbol ihrer Weiblichkeit leben zu müssen. Gerade in Österreich muss zudem niemand ein Filmstar sein, um derartige Behandlungen zu erhalten", stellt die Österreichische Gesellschaft für Senologie (Brustgesundheit) anlässlich des prominenten Falls von Angelina Jolie fest.

Sofortiger Wiederaufbau

Wenn eine Brust vorbeugend entfernt wurde (Masektomie), bestehe ein unmittelbarer Bedarf nach einem sofortigen Wiederaufbau. Dieser könne mit Silikonprothesen erfolgen, die unter dem Brustmuskel eingesetzt werden müssen, da die verbleibende Haut der Brust keine ausreichende Deckung ermöglicht. In den vergangenen Jahren wurden zur Verstärkung der Unterbrustfalte Netze aus konservierter Schweinehaut oder aus Titan entwickelt, mit denen sich in vielen Fällen die Brust so schön wiederherstellen lässt, dass sie zumindest gleich gut wie zuvor ausseht.

In Angelina Jolies Fall ist zunächst ein Gewebeexpander zur Dehnung der Haut eingesetzt worden, der dann durch eine definitive Prothese ersetzt wurde - daher eben zwei Operationen. "Auch mit diesem Verfahren haben wir in Österreich Erfahrungen aus vielen tausenden Fällen", erklärte Rupert Koller, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Senologie.

Kaum qualitative Unterschiede

In den westlichen Industriestaaten gebe es in den spezialisierten Zentren kaum qualitative Unterschiede. "Generell sind wir heute in Europa mit den Prothesenrekonstruktionen mindestens gleich gut wie die Amerikaner, da diese durch den 'Prothesenbann' (erste Silikondebatte, Anm.) in den Neunzigerjahren einen gewissen Teil der Entwicklung verschlafen haben", so Koller.

Der Wiederaufbau der Brust mit körpereigenem Gewebe kann Vorteile bieten. Der Nachteil von Prothesen: Sie sind Fremdkörper. Das heißt, sie müssen unter Umständen ausgetauscht werden, oder der Körper stößt sie sogar ab. In diesen Fällen, oder wenn eine Frau grundsätzlich keine Fremdkörper in sich tragen will, besteht die Möglichkeit des sofortigen Wiederaufbaus mit körpereigenem Gewebe.

Österreich führend

Diese an sich aufwendigeren Operationen haben den Vorteil, dass die Anzahl der Folgeoperationen wesentlich geringer ist, da das körpereigene Gewebe besser verträglich ist. Österreich ist laut der Gesellschaft für Senologie sowohl in Vorsorge wie auch Behandlung nicht nur im Know-how, sondern auch von der gesundheitlichen Versorgung führend: Die Untersuchungen (Screenings und Genanalysen) und Behandlungen von Frauen mit genetisch erhöhtem Risiko sind kostenlos. Letztes Jahr wurde ein flächendeckendes Netz spezialisierter Zentren und die Bezahlung durch das öffentliche Gesundheitswesen etabliert. (APA/red, derStandard.at, 16.5.2013)

  • "Keine Frau muss nach einer prophylaktischen Brustentfernung Angst haben, ohne das Symbol ihrer Weiblichkeit leben zu müssen", so die Österreichische Gesellschaft für Senologie. Die medizinische Versorgung in Österreich sei zudem international führend.
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    "Keine Frau muss nach einer prophylaktischen Brustentfernung Angst haben, ohne das Symbol ihrer Weiblichkeit leben zu müssen", so die Österreichische Gesellschaft für Senologie. Die medizinische Versorgung in Österreich sei zudem international führend.

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