3D-Drucker-Waffe durch Sicherheitskontrollen geschmuggelt

16. Mai 2013, 11:46
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Experiment von zwei Reportern jedoch nur zum Teil aussagekräftig

Erneut gibt es Aufregung um Waffen aus dem 3D-Drucker. Nachdem erst vor kurzem ein vollständiges Druckmodell des "Liberator 3D" online abrufbar war und erst nach behördlichem Druck wieder vom Netz genommen wurde, wollen nun zwei Journalisten der britischen "Mail on Sunday" eine solche Waffe erfolgreich durch internationale Sicherheitskontrollen gebracht haben. Allerdings mit einem kleinen Haken.

In der Kleidung versteckt

Zuerst fertigten sie anhand des erwähnten Modells des DEFCAD-Projekts die Waffe an - die tatsächlich in der Lage ist, Kugeln abzufeuern - und begaben sich damit anschließend in einen Eurostar-Zug von London nach Paris. Die Waffe wurde vor dem Eintreffen an der St. Pancras International Station in drei Teile zerlegt und von den beiden Reportern in ihrer Kleidung versteckt.

Beim Eintreffen in Paris zur Rushhour gelangten sie auf diesem Wege problemlos durch die dortigen Kontrollen, die - so merkt Forbes an - jedoch nicht ganz mit dem strikten Prozedere auf Flughäfen vergleichbar sind.

Schlagbolzen nicht im Gepäck

Erwähnt werden muss, dass die "Mail on Sunday"-Mitarbeiter aus "juristischen Gründen" weder den Schlagbolzen noch Munition dabeihatten. Sie geben zwar an, dass sich diese recht kleinen Metallteile wohl auch einfach schmuggeln lassen würden, de facto war die Waffe in ihrer mitgeführten Form aber nicht funktionstüchtig und damit nicht gefährlicher als eine Spritzpistole.

Techdemo zeigt Potenzial

Der "Liberator 3D" ist zudem kaum mehr als eine Techdemo. Viel mehr als ein Schuss dürfte damit nicht abzugeben sein, da das Material längst nicht die erforderliche Beständigkeit hat. Für die Abgabe eines tödlichen Schusses müsste man zudem sehr nahe an der Zielperson stehen - und selbst dann bräuchte man aufgrund der mangelnden Präzision immer noch Glück, um überhaupt zu treffen.

Freilich zeigt das Projekt aber zukünftiges Potenzial auf, da technische Fortschritte diese Probleme in Zukunft wohl ausmerzen werden. (red, derStandard.at, 16.5.2013)

  • Erneut gibt es Aufregung um die Waffe aus dem 3D-Drucker.
    foto: defcad

    Erneut gibt es Aufregung um die Waffe aus dem 3D-Drucker.

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