Gusenbauer Oberaufseher bei Novomatic-Tochter

16. Mai 2013, 10:43
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Der Glücksspielriese Novomatic hat zwei neue prominente Aufsichtsräte und legt schöne Bilanzzahlen vor

Der niederösterreichische Glücksspielriese Novomatic hat im Vorjahr einen Gewinn von 194,3 Millionen Euro erzielt. Was bei der Präsentation der Zahlen am Mittwoch am Rande zu hören war: Bei der Deutschland-Tochter Löwen Entertainment hat man prominente Verstärkung in den Aufsichtsrat geholt - und zwar aus dem sozialdemokratischen Lager. Neben dem ehemaligen deutschen EU-Kommissar Günter Verheugen nimmt auch Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer auf der Aufseherbank Platz.

Der Konzern betonte am Mittwoch auch das Wohlverhalten des Konzerns: Erfreuen könne sich an den schönen Bilanzzahlen im weiteren Sinne auch die Republik, denn der Konzern habe Steuern in Höhe von 140 Millionen Euro gezahlt. Novomatic mit 129 Tochtergesellschaften betreibe "keinerlei Offshore-Aktivitäten, das ist Konzernrichtlinie; Steuern werden bezahlt, wo Umsatz lukriert wird", sagte Finanzvorstand Peter Stein. So weit zum moralischen Aspekt, des immer wieder als unmoralisch gescholtenen Glückspielriesen.

Duale Strategie

Auch die künftige Strategie wurde bekanntgegeben. Die duale Strategie des Konzerns als Automatenbauer und -betreiber werde weiter forciert, sagte Vorstandschef Franz Wohlfahrt, zudem will der Konzern im Online- und Mobil-Spielemarkt Fuß fassen. "Ein operativer Betrieb ist ab Anfang 2014 möglich", so Wohlfahrt.

Die Aktivitäten am Online- und Mobile-Gaming Markt sollten "sukzessive" ausgebaut werden, Lizenzen haben die Niederösterreicher dafür aber erst in Italien und im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein. Auch in Großbritannien würden Partner mit einer entsprechenden Lizenz bereits Novomatic-Technologie nachfragen.

Aber auch im klassischen Spielebereich läuft es gut: Die Produktion von Spielautomaten wurde um 15 Prozent auf 70.000 erhöht. Daneben betreibt der Konzern im Mehrheitseigentum von Johann Graf im Ausland eigene Spielbanken und Automatencasinos. In Österreich wird sich Novomatic für die drei Spielbanken-Einzelkonzessionen bewerben. Im Kernmarkt Deutschland hat man sich auch um eine Sportwettenlizenz beworben. (APA/red, derStandard.at, 16.5.2013)

  • Gusenbauer und Verheugen - gute Bekannte, die sich jetzt wohl wieder häufiger treffen.
    foto: standard/fischer

    Gusenbauer und Verheugen - gute Bekannte, die sich jetzt wohl wieder häufiger treffen.

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