Schicksalstag für Niemetz

16. Mai 2013, 08:58
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Wer wird Niemetz vernaschen? Heute stimmen die Gläubiger ab, ob das Unternehmen weiter besteht oder am wen verkauft wird

Wien - Die Confiserie Heindl hat zuletzt ihr Interesse am angeschlagenen Schwedenbomben-Erzeuger Niemetz verloren. Die rumänische Heidi Chocolate S.A., seit vier Wochen Teil des Firmenimperiums Meinl, hat indes laut eigenen Angaben ein verbindliches Übernahmeangebot von drei Millionen Euro gelegt: Immer noch geht es um den Süßwarenhersteller Niemetz. Das endgültige Votum über den Sanierungsplan findet heute Donnerstag statt.

Auch der Risikokapitalgeber GCP - die gamma capital partners GmbH - konnte sich dieser Tage laut Aussendung weiterhin vorstellen, sich die Schwedenbomben der insolventen Firma Niemetz einzuverleiben. Trotz der hohen Ausgleichsquote von rund 75 Prozent arbeite man weiter an der "Schwedenbomben-Börsestory". Man will es beim Neustart der "New-Niemetz" nach Ermessen der GCP "über einen kleinen Börsegang ermöglichen, dass sich sowohl Management, Mitarbeiter und auch die treuen Kunden daran beteiligen können", sagt GCP-Geschäftsführer Oliver Grabherr vor drei Tagen. 

Tag der Entscheidung

Heute ist jedenfalls Tag der Entscheidung: Am frühen Nachmittag stimmen die Gläubiger darüber ab, ob das Unternehmen dank externer Beteiligung weiter bestehen kann oder verkauft werden muss. Als echter Retter des Traditionsbetriebs wurde zuletzt vor allem der Investor Erhard Grossnigg bzw. seine Austro-Holding gehandelt. Er soll den Gläubigern die geforderte Barquote von 75 Prozent - also die sofortige Zahlung von 3,3 Millionen Euro - in Aussicht gestellt haben.

Falls die Summe doch nicht aufgebracht werden kann oder die Gläubiger mit Grossniggs Angebot nicht zufrieden sind, muss Niemetz verkauft werden. Wer hier gegebenenfalls den Zuschlag erhält, sollte sich ebenfalls schon heute entscheiden. Neben GCP und Heidi Chocolate S.A  ist noch Manner im Rennen. Und der Tiroler Lebensmittelgroßhändler Interfood soll sogar unter den Höchstbietern sein. (APA/red, derStandard.at, 16.5.2013)

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    Mal sehen, wer am Ende die Traditionssüßigkeit weiter bäckt.

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